Angststörung

Durch meine eigene jahrelange Erfahrung und meine Angststörung kenne ich mit dem Thema Angst leider bestens aus. Ich weiß, was Angst mit uns macht, wie sie uns lähmt und habe gelernt, damit umzugehen. Auch in der jetzigen Corona -Krise, die uns alle wie eine Welle überrollt hat, stehen wir vor der Herausforderung, den Umgang mit der Angst zu lernen und für uns einen Weg zu finden, mit all den Informationen, Ungewissheiten und Ängsten umzugehen. Viele Kniffe zum Umgang mit Angst kann ich aus meiner damaligen Therapie jetzt anwenden und vielleicht kann ich euch ein kleines bisschen damit helfen.

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Was die Angst in dieser Corona Krise mit uns macht 

Diese Krise trifft uns alle hart und unerwartet und plötzlich stehen wir vor dem Problem, unsere Angst und die Sorgen irgendwie einordnen zu müssen. Viele Menschen, auch ich, haben anfangs gesagt: “ Das ist ja nur eine andere Form der Grippe.“ Mit diesen Auswirkungen auf unser aller Leben und die Gesellschaft hat wohl keiner gerechnet. Etwas, dass Menschen immer am meisten Angst macht, ist die Ungewissheit. Wenn wir wüssten, okay, wir müssen jetzt einfach 4 Wochen durchstehen und dann ist alles vorbei, dann wäre es einfacher. Die Ungewissheit ist das, was uns auffrisst. Dabei geht es nicht einmal primär um die Krankheit an sich, sondern die ganzen wirtschaftlichen und persönlichen Auswirkungen. Jeder von uns hatte einen Plan für die nächsten Tage, Wochen, das Jahr 2020 und plötzlich ist das alles wie eine Fata Morgana nur noch verschwommen erkennbar. Unsere innere Sicherheit wurde zerrüttet.

Angststörung: Alles dreht sich nur noch um Corona 

Seit Wochen gibt es eine Hiobsbotschaft nach der nächsten. Unsere Freiheit wird immer mehr eingeschränkt. Alles dreht sich nur noch um die Corona-Krise. Es ist wichtig, sich auf dem Laufenden zu halten und sich zu informieren, aber man sollte differenzieren. Wenn euch die ganzen Meldungen Angst machen, dann überlegt euch, welchen Quellen ihr in normalen Situationen vertraut. Versucht euch selbst zu kontrollieren und nicht jede reißerische Überschrift zum Thema Corona-Krise sofort anzuklicken. Filtert die Informationen schon, bevor ihr sie an euch heranlasst. Glaubt mir, je mehr Artikel ihr lest, umso mehr verunsichert werdet ihr. Ibuprofen soll die Krankheit verschlimmern, Supermärkte werden schließen? Das alles sind Meldungen, die falsch sind, aber Angst machen. Und auch, wenn unser Verstand eigentlich weiß, dass wir nicht alles sofort glauben können, was wir lesen, können wir in einer Angstsituation oft nicht mehr rational denken.

Was macht die Angst mit uns?

Hamsterkäufe? Brauche ich nicht! Aber wenn man in die leeren Supermarkt-Regale schaut, dann bekommt man schon ein mulmiges Gefühl. Ja und vielleicht lässt man sich dann sogar mitreißen und kauft auch etwas mehr als sonst. Oft vergessen wir dann unseren Verstand. Angst ist ansteckend und kann sich leicht auf andere übertragen. Angst zu spüren ist aber nicht verwerflich. Angst schützt uns in Gefahrensituationen, macht uns wachsamer und bereitet unseren Körper und unsere Seele auf das vor, was vielleicht auf uns zukommen könnte. Das Problem bei der Angst ist, dass sie oft nicht logisch ist. Es geht nicht darum, wie die Realität aussieht, sondern wie wir die Realität wahrnehmen.

Der Umgang mit der Angst: Positive Momente schaffen

Wichtig im Umgang mit Angst, egal ob bei einer Angststörung oder der Angst aufgrund der Corona-Krise: Positive Momente schaffen. Je häufiger wir uns mit einer Situation beschäftigen, die uns Angst macht, umso mehr steigert sich unsere Angst. Wir achten extrem auf unseren eigene Körper, jeden kleinen Husten, jedes kleine Unwohlsein. Angst passiert im Kopf und wir können sie steuern. Achtsamkeit ja – Reinsteigern nein! Die Situation ist beängstigend, das möchte ich auf gar keinen Fall beschönigen. Und trotzdem gibt es auch positive Dinge, auf die wir uns zwischendurch fokussieren dürfen und müssen. Mache das Fenster auf und höre auf die Laute der Natur- Hast du jemals diese Geräusche ohne Flugzeuglärm gehört? Jetzt schon. Wann hast du das letzte Mal geschätzt, dass du jeden Tag gesund aus dem Haus kannst, über die Grenze ohne Kontrollen fahren darfst oder im Supermarkt alles verfügbar ist, was du haben willst? Das alles ist wertvoll und nicht selbstverständlich, dass wird uns in diesen Tagen bewusst. Wann hattest du zuletzt Zeit, dich ohne Ablenkung von Außen, auf dich zu konzentrieren und zu entschleunigen?

Keine Business-Meetings mehr, kein prall gefüllter Terminkalender. Es geht nicht darum, sich die Krise schön zu reden. Aber es geht darum, die Angst mit den positiven Aspekten in einen Ausgleich zu bringen. Wenn du das tust, wirst du sehen, dass die Angst zwar immer noch da ist, aber dich nicht mehr komplett im Griff hat.

Aktuell sitzen wir alle im selben Boot 

Die ganze Welt ist auf einmal vereint. Die Grenzen sind vielerorts zu, aber das „WIR-Gefühl“ in der Welt war schon lange nicht mehr so groß. Auch wenn es wie immer in solchen Situationen Ausnahmen gibt, die meisten Menschen haben verstanden, auf was es ankommt: Sich gegenseitig zu unterstützen und Mut zu machen. Menschen gehen für Patienten in Risikogruppen einkaufen, die betroffenen Nationen klatschen für die Helfer, die Italiener musizieren zusammen auf ihren Balkonen. Die Natur freut sich, sich eine Zeit von Flugzeugen, Schiffen und uns Menschen erholen zu können. Die Welt nach der Krise wird eine andere sein, vielleicht sogar eine bessere. <3

Tipps, wie du dem Lagerkoller entgegenwirkst, findest du hier: Lagerkoller Ade- Tipps gegen Langeweile in der Corona Krise 

Passt auf euch auf und bleibt gesund. Haltet euch an die Vorgaben der Regierung, aber bekommt keine Panik.

Eure Nele

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