Wie sollte man mit Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes umgehen?


Es gab Zeiten da bin ich, ohne mir groß über potenzielle Gefahren Gedanken zu machen, in den Urlaub gefahren. Heute ist das anders. Ich habe keine Angst, wenn ich in ein fremdes Land aufbreche, aber ich möchte informiert sein über die aktuellen Sicherheitsverhältnisse in meinem Reiseland. Denn leider verändern Terror, Gewalt und die Flüchtlingskrise unser Sicherheitsgefühl auf Reisen.

Im Internet wird aber auch oft Panik gemacht und einzelne schlechte Erfahrungen extrem aufgebauscht. Aus diesem Grund verlasse ich mich gerne auf die Sicherheitshinweise und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts. Ich schaue mir diese vor einer Reise immer an. Aber auch hier muss man zwischen den Zeilen lesen und genau wissen, wie die einzelnen Hinweise zu bewerten sind, denn es gibt Unterschiede.

Sicherheitshinweise

Zu jedem Reiseland veröffentlicht das Auswärtige Amt Sicherheitshinweise. Diese Hinweise sind als Tipps und Hilfestellungen zu verstehen und geben Hinweise auf Gefährdungen, die in dem Reiseland auftreten können. Manchmal werden diese Hinweise auch mit Empfehlungen versehen, eine bestimmte Region in dem Land zu meiden.

Meine Erfahrungen  haben mir gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich mit den Sicherheitshinweisen auseinander zu setzten aber diese realistisch zu betrachten. Die meisten Gefahren, die in den Sicherheitshinweisen genannt werden, können passieren oder sind schon anderen Reisenden passiert. Das heißt aber nicht, dass es dir auch passieren wird. Sicherheitshinweise sind nicht als generelle, durchgehende Gefahr zu verstehen. Du solltest die Verhaltenstipps und Regeln für das Land beachten, um das Risiko zu minimieren. Ich bin schon durch viele Länder gereist, die, den Sicherheitshinweisen nach zu urteilen, gefährlich waren. Mir ist glücklicherweise nie was passiert.

Das Sicherheitshinweise eben als HINWEISE und nicht als grundlegende GEFAHR anzusehen sind zeigt auch folgendes: Aufgrund allgemeiner Sicherheitshinweise ist es in den meisten Fällen nicht möglich, eine Reise kostenfrei zu stornieren.


Teilreisewarnung

Eine Teilreisewarnung wird oft als Zwischenstufe zwischen den Sicherheitshinweisen und einer Reisewarnung verwendet. Eine Teilreisewarnung wird ausgeprochen, wenn bestimmte Gebiete eines Landes sehr bedrohlich sind aber andere Orte unbedenklich. Zum Beispiel, wenn Touristengebiete am  Meer sicher sind, es aber im Landesinneren Unruhen gibt. Damit schützt man unter anderem auch den Tourismus im Land, indem man keine komplette Reisewarnung ausspricht. Solche Warnungen können nämlich für den Tourismus im Land weitreichende Folgen haben.

Reisewarnungen

Reisewarnungen sollten immer ernst genommen werden, denn übertrieben dargestellt bedeuten Reisewarnungen LEBENSGEFAHR! Eine Reisewarnung wird nicht sehr oft ausgesprochen, da sie extreme Auswirkungen haben für den Urlauber aber auch für das Urlaubsland. Wie bereits erwähnt, kann eine Reisewarnung dem Tourismus in einem Land großen Schaden zufügen.

Wer Reisewarnungen ignoriert und trotzdem in ein gefährdetes Land einreist, riskiert, dass bei einem Vorfall die  Auslandskrankenversicherung nicht greift.

Bei einer Reisewarnung wird dringend von einer Reise in das betreffende Land abgeraten. Reisewarnungen werden meist bei aktuellen und akuten Gefahrenlagen (z.B Krieg) ausgesprochen. Oft sind die Reiseveranstalter in so einem Fall kulant und bieten kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen an.

 Wann darf ich stornieren?

Aktuelle Vorkommnisse wie Terror oder Naturkatastrophen gelten als „höhere Gewalt“. Das heißt, das Reiseunternehmen ist nicht dazu verpflichtet die Kosten zu erstatten. Viele Reiseveranstalter sind aber kulant und erlauben ihre Kunden bei Reisewarnungen oder Sicherheitsbedenken, Flüge oder Hotels kostenlos umzubuchen. Denn: Für die Sicherheit der Reisenden sind sie verantwortlich. Sie müssen gewährleisten, dass die Reisenden sicher sind, d.h in Krisensituationen auch für eine schnelle Ausreise sorgen. Mit den Kosten sieht es aber schon anders aus und es kommt oft auf die Kulanz des Reiseveranstalters an. Bei konkreten Reisewarnungen wird aber sicherlich kein Reiseunternehmen das Risiko eingehen, dass den Gästen etwas passiert.

Mein Umgang mit Sicherheitshinweisen

Ich bin noch nie in ein Land gereist, in dem es eine konkrete Reisewarnung gab und das würde ich auch niemals tun. Sicherheit geht vor Abenteuerlust, zumindest in diesem Fall. Aber ich war schon in einigen Ländern, speziell in Lateinamerika, in denen bei mir das studieren der Sicherheitshinweise schon Magenschmerzen verursacht hat.

Lest euch zum Beispiel die Sicherheitshinweise für Kolumbien oder Brasilien durch. Da bekommt man schon etwas Angst. Und ja, diese Länder sind nicht sicher. Man muss sich anders verhalten, mit Überfällen rechnen, Wertsachen  verstecken und bedacht handeln. Und selbst dann kann noch etwas passieren. Wir sind auch Menschen begegnet, die kein Glück hatten und ausgeraubt wurden.

Ich bin 3 Monate durch Lateinamerika gereist, meine Schwester hat ein Jahr lang dort gelebt. Uns ist- toi toi toi- gar nichts passiert. Ich möchte aber nicht bestreiten, dass es die ein oder andere brenzlige Situation gab. Trotzdem, wir haben uns an die Verhaltensregeln gehalten und waren dadurch geschützter.

Wie sollte die Sicherheitslage in die Urlaubsplanung einfließen

Das muss letztlich jeder ganz individuell für sich entscheiden. Wenn man als Familie reist oder mit Kindern steht eines klar fest: Sicherheit geht vor. Wenn man für sich alleine verantwortlich ist, muss man abwägen. Jetzt mal ehrlich: Welche Länder sind wirklich sicher? Selbst in Europa gibt es viele Ländern, in denen schon etwas passiert ist. Für mich steht daher fest: Ich  nehme die Sicherheitshinweise ernst und wäge vor einer Reise die Risiken ab. Letztlich hat man nie eine Sicherheit und sollte daher bewusst aber ohne Angst reisen.

Teilt mir gerne eure Erfahrungen und Ansichten zu diesem Thema mit 🙂

Eure Nele

Dieser Artikel spiegelt meine eigene Meinung und Erfahrungen wieder. Es wird keine Haftung meinerseits übernommen.

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2 Kommentare zu „Wie sollte man mit Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes umgehen?

  1. Meine langjährige Erfahrung als Reiseverkehrskauffrau besagt, dass man eine Reisewarnung des AA unbedingt beachten sollte! Bei allem anderen muss man sich weiter informieren und für sich abwägen, ob es sinnvoll, in das jeweilige Land zu reisen.
    Wenn vor Bürgerkrieg oder einem Katastrophengebiet gewarnt wird, dann bedeutet das auch, dass die Infrastruktur vor Ort zumindest gestört ist. Touris, die dann durch die Gefahrenzonen trampeln, sind große Störfaktoren, behindern u.U. die Rettunsgaktionen oder belegen Betten, die dringend für die Opfer gebraucht werden. Also: Auch wenn einem selbst nicht unbedingt was passiert, so ist es nicht gut, in Gefahrengebiete zu reisen.
    LG
    Ulrike

    1. Liebe Ulrike, danke dir für deine Nachricht und die Hintergrundinformationen. Ich bin auch der Meinung, dass konkrete Reisewarnungen auf jeden Fall ernst genommen werden müssen..
      Liebe Grüße Nele

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