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Als Blogger oder Influencer bekommst du immer mal wieder Anfrage von Unternehmen, Tourismusverbänden und Hotels, die mit dir zusammen arbeiten möchten, eine sogenannte Kooperation. Darunter versteht man, dass ich oder eben andere, ausgewählte Blogger, für eine bestimmte Gegenleistung Werbung für ein Produkt machen. Werbung ist in diesem Zusammenhang eigentlich das falsche Wort, denn wir Blogger und Influencer bleiben (meistens) weiterhin frei darin, was wir schreiben und wie wir unseren Followern das Produkt näher bringen. Beim sogenannten Blogger- und Influencer Marketing gibt es einiges zu beachten. Für Influencer aber auch für die Unternehmen. Wie so eine Kooperation abläuft, welche Vor- und Nachteile diese Marketingmethode mit sich bringt und vieles mehr, erfährst du in diesem Beitrag.

Was unterscheidet Influencer Marketing von anderen Marketing Methoden?

Der perfekte Marketing-Mix, wie er in vielen Fachbüchern vermittelt wird, besteht aus Preis-, Distributions-, Produkt- und Kommunikationspolitik. Unter Kommunikationspolitik verstand man früher, durch Sponsoring, Werbung im TV, Events und so weiter auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich ist das weiterhin ein wichtiger Teil, um ein Produkt zu vermarkten. Aber ist das wirklich eine Kommunikation, wie wir uns das vorstellen? Findet dabei ein Austausch statt? Gerade bei herkömmlicher Werbung in Printmedien oder im TV, kommuniziert meist nur einer, nämlich die Marke. Eine Gegenreaktion ist nicht sofort spürbar außer eventuell an steigenden Verkaufszahlen.

Und genau hier ist der größte Unterschied zum Blogger- und Influencer Marketing. Wer diese Marketingmöglichkeit nutzt, der kommuniziert wirklich mit seinen Kunden. Er bekommt eine zeitnahe Reaktion in Form von Likes, geteilten Inhalten aber auch Kommentaren unter den geposteten Inhalten. Dadurch lässt sich noch zeitnaher und deutlicher erfassen, wie ein neues Produkt ankommt und auch, was die Nutzer kritisch sehen. So kann man ermitteln, welche Vorteile in der Werbung noch besser herausgestellt werden sollten.

Erfolg von Influencer Marketing ist nicht sofort in Verkaufszahlen messbar

Der Erfolg von Influencer Marketing ist dadurch nicht sofort in Zahlen messbar. Als Unternehmen sieht man zwar die sogenannten Insights, die Reichweite die ein Beitrag erzielt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Werbung zeigt sich der Effekt aber oft erst später oder anders. Denn die Reichweite ist oft durchaus höher als die Interaktionen, nicht jeder liked oder kommentiert ein Bild. Oft wird durch die Blogger ein bestimmtes Produkt ins Gedächtnis gerufen oder darauf aufmerksam gemacht. Die Reaktion darauf kann oft erst später in Form einer Kaufentscheidung erfolgen.

Vorteile des Blog und Influencer Marketings für Unternehmen

Artikel von Blogger, die authentisch sind und sich auf ihren Kanälen auf bestimmte Bereiche wie zum Beispiel Lifestyle oder Reisen spezialisieren, wirken auf ihre Leser vertrauenswürdig. Die beworbenen Inhalte werden von der Zielgruppe anders aufgefasst als zum Beispiel Werbebanner oder Anzeigen in den Medien. Der Trend heißt „World of Mouth“ Marketing. Ein Artikel von einem Blogger unterscheidet sich grundlegend von einem Artikel in einer Fachzeitung oder von Journalisten. Blogger sind Menschen wie du und ich und teilen daher auch die Dinge, die uns alle interessieren. Es wird das kommunziert, was für uns alle und damit für die Zielgruppe relevant ist. Sie gehen in ihren Artikeln auf ihre eigenen Erfahrungen ein und machen dadurch das beworbene Produkt für die Zielgruppe greifbar.

Mit dem Blog schaffst du es besser gerankt zu werden in den Suchmaschinen

Ein weiterer Vorteil, den man nicht von der Hand weisen kann ist, dass durch die Zusammenarbeit mit Bloggern die Präsenz im Web erhöht wird. Durch inhaltlich interessante und gut geschriebene Artikel erhöht man sein Ranking in den Suchmaschinen und bekommt eine bessere Platzierung. Werden die Inhalte auf Facebook, Twitter oder anderen Plattformen geteilt, ist das außerdem ein Vorteil für das Ranking bei Suchmaschinen. Die meisten Blogger betreuen neben ihrem Blog auch andere Soziale Medien, wie zum Beispiel Instagram. Auf diesen Plattformen kann man durch das gepostete Bildmaterial sehr schnell viele Menschen erreichen.

Durch Blog- und Influencer Marketing kann dein Image verbessert werden

Wenn Blog- und Influencer Marketing sinnvoll eingesetzt wird und ein Blogger gefunden ist, der ideal zur Marke und zum Produkt passt, kann dadurch das Image des Unternehmens stark verbessert werden. Denn die Beliebtheit des Bloggers oder Influencers kann sich automatisch auf das Unternehmen übertragen.

Direktes Feedback

Durch Blog – und Influencer Marketing bekommst du direktes und ungefiltertes Feedback von deiner Zielgruppe. Die Zielgruppe interagiert mit den Beiträgen und gibt somit Anhaltspunkte auf was es ihnen bei dem Produkt ankommt.

Durch Blogger und Influencer ist es einfacher bestimmte Inhalte zu verbreiten

Insbesondere durch die Nutzung von individuellen, speziell für das Unternehmen kreierte Hashtags , kann man bewusst bestimmte Inhalte verbreiten und damit schneller seine Präsenz im Netz und im Gedächtnis der Verbraucher steigern. Es birgt aber auch Gefahren. Auch negative Kommentare oder ein schlechtes Image können sich dadurch schnell verbreiten. Daher ist Influencer Marketing nicht einfach so mal schnell gemacht. Es braucht ein Konzept, wie jede andere Marketingmaßnahme auch.

Wie Influencer Marketing ablaufen sollte

Im Idealfall sieht Influencer Marketing wie folgt aus: Ein Unternehmen entscheidet sich dafür, als Marketingmaßnahme auch den Einfluss von Bloggern/Influencern zu nutzen. Durch diesen Einfluss nennt man diese „Markenbotschafter“, speziell auf Instagram, auch Influencer (Beeinflusser). Das Unternehmen/die Marke sollte sich vor der Kontaktierung eines Bloggers/Influencers über folgende Dinge Gedanken machen:

Zielsetzung der Zusammenarbeit

Welches Ziel wird verfolgt? Soll ein bestimmtes Produkt bekannter gemacht werden oder die Marke an sich? Wie soll die Marke in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. (=Positionierung)

Die Auswahl des richtigen Bloggers/Influencers

Was ist meine Zielgruppe? Alter, Wohnort, Interessen etc. Welcher Blogger/Influencer passt dort hinein? Welchen Themenschwerpunkt sollte der Blogger haben, den ich beauftrage? Was ist mir wichtig? Gute Fotos, gute Schreibweise, Followerzahl? Mit welchen Kanal möchte ich werben? Über welche Reichweite ein Blogger/Influencer verfügt wird meist in einem sogenannten Mediakit verdeutlicht, dass der Blogger bei einer Zusammenarbeit dem Unternehmen zusendet. Dabei handelt es sich um eine Art Präsentation, in der der Blogger/Influencer seine Kanäle und die Reichweite/Zielgruppe präsentiert.

Es ist oft sinnvoll neben dem Blog die Sozialen Medien zu nutzen und die  meisten Blogger verfügen über eine Instagram oder Twitterseite oder haben einen Channel auf Youtube. Wichtig dabei ist auch: Auf welchen Seiten ist euer Unternehmen hauptsächlich präsent?

Was ist mir die Arbeit des Influencers wert

Es hat sich immer mehr eingeschlichen, dass Blogger und Influencer für ihre Arbeit nicht bezahlt werden. Ich muss zugeben, dass es auch ein schwieriges Unterfangen ist. Als Blogger freut man sich natürlich über ein Wochenende in einem Hotel, für das man nichts zahlen muss. Manchmal hat man sogar Hemmungen, etwa dafür zu verlangen. ABER: Die Einladung in das Hotel bedeutet noch keine Arbeitszeit. Diese ist notwendig, damit der Blogger überhaupt etwas authentisches schreiben kann. Die Arbeitszeit an sich, die Zeit für das Verfassen des Artikels, die Bildauswahl etc. sollte immer zusätzlich bezahlt werden. Das gilt auch für Blogger, die aus anderen Bereichen und nicht dem Bereich Reisen kommen.

Leider gibt es noch immer Agenturen und Unternehmen, die Blogger als reine Linkgeber ansehen und auch dementsprechend behandeln. Ich denke, alle Blogger wissen, was ich meine, wenn ich von generalisierten, unpersönlichen Massenanfragen spreche. Der Gesetzgeber tut etwas dagegen. Links, für die Blogger bezahlt werden, müssen immer als „nofollow“ Links im HTML Code hinterlegt werden. Sie beeinflussen somit das Suchmaschinenranking nicht.

Aber natürlich hat auch der Blogger und Influencer Pflichten. Er gilt als Markenbotschafter, sobald er sich auf einen Auftrag einlässt, d.h: Er muss versuchen ,die Attraktivität des Produktes, des Hotels etc. zu steigern. Es ist nicht einfach nur „cool“ ein Produkt umsonst zu bekommen. Man muss auch wirklich eine Gegenleistung dafür bringen.

Vorgaben an Blogger und Influencer für effektives Marketing

Möchte ich Vorgaben machen, wie die Postings auszusehen haben oder lasse ich dem Blogger freie Hand?

Für Unternehmen, die sich nicht selbst auf die Suche nach Bloggern machen wollen oder einfach auch nicht genau wissen, auf was man achten sollte und für Blogger und Influencer, die seriöse Partner für eine Zusammenarbeit suchen, gibt es Agenturen. Diese haben sich darauf spezialisiert, Blogger/Influencer und Unternehmen zusammenzubringen. Die Vorteile einer Agentur für ein Unternehmen: Man wird an die Hand genommen und bekommt nach einer Kooperation die Daten zur Reichweite etc. geliefert. Die Agenturen stehen auch oft beratend zur Seite. Für Blogger ist der Vorteil, dass sie sicher bezahlt werden für ihre Arbeit.

Wieso erreicht ein Influencer die Zielgruppe besser als herkömmliche Werbemaßnahmen?

Der größte und wohl wichtigste Punkt! Weil die Follower dem Influencer vertrauen. Oft folgen sie einem bestimmten Influencer schon eine ganze Zeit, haben das Gefühl ihn zu kennen und auf seinen Rat vertrauen zu können. Und genau da liegt auch die Schwierigkeit für den Influencer: Das Vertrauen darf niemals missbraucht werden! Man sollte nie für etwas werben, hinter dem man nicht steht. Deshalb habe auch ich schon Aufträge abgelehnt, weil sie nicht zu mir, zu meinem Content und meinem Social Media Auftritt passen.

Ich habe auch schon Fehler dabei gemacht, aber immer mehr gemerkt, dass ich mich nur wohl fühle, wenn ich authentisch bin. Die Follower merken, wenn Content nur noch erstellt wird um Geld zu verdienen. Die meisten nehmen es einem nicht übel, wenn sie merken, dass man Produktplatzierungen macht oder Werbung für Produkte, weil sie wissen, dass auch wir Blogger/Influencer von etwas leben müssen. Aber sie nehmen es übel, was ich gut verstehen kann, wenn sie merken, dass der Content NUR aus finanziellen Gründen gemacht wird und man selbst nicht dahintersteht. Glaubt mir, das merken die Follower! Mich selbst nervt es schon, wenn ich Menschen folge, die NUR noch Werbung posten. Das wirkt für mich einfach nicht authentisch.

Die Wirkung ist noch nicht messbar

Vielen Unternehmen ist die Wirkung von Blogger- und Influencer Markting noch nicht bewusst. Es wird oft noch nicht als messbares und effektives Marketingmittel wahrgenommen. Es ist aber definitiv eines. Die messbaren Werte unterscheiden sich aber vom herkömmlichen Marketingmaßnahmen. Hier sind nicht die typischen Kennzahlen das Maß aller Dinge, sondern die Reichweite und das Engagement der Beiträge auf dem Blog und den sozialen Medien.

Generell lohnt sich für Marken und Unternehmen die Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencer, wenn sie sich wirklich mit dem Thema vertraut machen und eine Basis schaffen, dass von beiden Seiten her eine vertrauensvolle und positive Zusammenarbeit entsteht. Oft lohnt sich auch eine längere Zusammenarbeit, um die Glaubwürdigkeit zu stärken. Der Online Markt wird sich weiter verändern. Wir dürfen gespannt sein.

Eure Nele

14 Comments to Wie funktioniert Blog – und Influencer Marketing

  1. Willi sagt:

    Ein Blog ist extrem wichtig. Weil er dir jeden Tag Traffic bringt. Genau dieses Beitrag hat mich bestärkt es anzugehen jetzt!

  2. Alexa sagt:

    Hey Nele,
    Nina Schnitzenbaumer bietet gerade einen kostenlosen Videokurs zu Emotionalen Marketing an.
    An sich ist das die Möglichkeit nicht nur mit Faktenposts von sich zu überzeugen, sondern seine Leser wie Freunde anzusprechen.
    Man wählt eine Kombination aus Unterhaltung, Persönlichkeit oder Nutzen für den Leser.
    Ich versuche aktuell bei meinen Instagramposts stark darauf zu achten.
    Gerade Facebook war ja eigentlich dafür gedacht, mit seinen Freunden Kontakt zu halten und nicht Firmen und deren Produkten zu folgen. Deshalb ist es wichtig mit den Followern zu reden, wie mit einem Freund.
    Ist auf jeden Fall eine interessante Sache des Marketings. Manchmal macht man das natürlich bereits unterbewusst.
    Liebe Grüße,
    Alexa

    • neleworld sagt:

      Danke liebe Alexa, haben mir den Podcast sofort angehört und er ist wirklich sehr hilfreich. Manchmal fällt es mir noch schwer private Sachen zu posten, weil ich denke, dass es doch niemanden interessieren wird, was ich tagsüber mache oder so 🙂
      Da muss man echt noch ein bisschen umdenken glaub ich 🙂
      Liebe Grüße
      Nele

  3. Kerstin sagt:

    Liebe Nele,
    das ist wirklich ein interessantes Thema, mit dem ich mich auch zunehmend beschäftige. Ich glaube, so ganz hat sich der Berufszweig Blogger (leider) noch nicht durchgesetzt, daher muss sich das Ganze erst noch weiter entwickeln. Ich finde, du hast einen tollen Gesamtüberblick vermittelt.
    Liebe Grüße
    Kerstin

  4. Hallöchen,
    Sehr interessanter Artikel. Hat mich schon länger interessiert wie genau das abläuft.
    Das hast du super vermittelt.
    Danke dafür.
    Lg
    Katrin Haberstock
    http://Www.koffer-ontour.de

  5. Hey Nele,
    voll interessanter und informativer Artikel, und zwar sowohl für Unternehmen als auch Blogger/ Influencer.
    Aber manchmal hab ich schon das Gefühl, dass man in einem riesigen Haifischbecken schwimmt…. ?
    Ich möchte auch bald nicht mehr nur noch in Teilzeit, sondern als Hauptjob bloggen, daher ist das Thema für mich derzeit mehr als relevant…
    Ganz liebe Grüße,
    Sabrina

    • neleworld sagt:

      Liebe Sabrina, das geht mir ähnlich, ich versuche auch das alles zusammen mit ein paar anderen Schreibjobs als Hauptjob zu machen. Das ist zumindest das langfristige Ziel aber nicht so einfach ??
      Liebe Grüße Nele

  6. Angie sagt:

    Hi Nele,
    mit dem Wort „Marketing-Mix“ hast du mich direkt in meine Marketing-Vorlesungen aus dem Studium zurückversetzt 😀 damit habe ich mich ein ganzen Semester beschäftigt und es war nicht grad mein Lieblingsthema 😀 😛
    Liebe Grüße,
    Angie

  7. Liebe Nele, auch wenn man als Blogger schon vieles weiß, ist es immer spannend zu lesen, wie andere Blogger darüber denken. Grüße Jana von http://www.nordicmoments.de

  8. Alexa sagt:

    Hey Nele,
    ich fühle mich gerade in meine BWL-Studienzeiten zurückversetzt, mit dem Marketing-Mix.
    Das mit dem Influencer Marketing ist auf jeden Fall interessant. Kannst du da auch was aus eigenen Erfahrungen erzählen?
    Ich selbst beschäftige mich aktuell mit Emotionalen Marketing für mich selbst als Fotografin und Bloggerin. Das geht denke ich mal in eine ähnliche Richtung.
    Liebe Grüße
    Alexa

    • neleworld sagt:

      Liebe Alexa, was ist denn emotional Marketing? Davon hab ich noch nie etwas gehört. Ja im Prinzip ist das was im Text steht meine eigene Erfahrung, dass man kämpfen muss um als Geschäftspartner ernst genommen zu werden und das es ist mit allen drum und dran nicht so leicht verdientes Geld ist. Aber es macht super viel Spaß ?
      Liebe Grüße
      Nele

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