Arme Kinder, reiche Kinder

Meine Weltreise. Eine Reise um die Welt. Eine Begegnung mit Kindern. Reichen und armen. Es gibt viele Orte auf der Welt, in denen Kinder Armut erleiden müssen, hart arbeiten müssen und eine ungewisse Zukunft haben.

Armutleidende Kinder auf dieser Welt

Anblicke wie diese tun weh und schnüren mir die Seele zu. Ich kann mich in eine Situation in Argentinien erinnern, in der ich zusammen mit meinem Reisepartner in einer Pizzaria saß, als eine Gruppe Kinder an unseren Tisch kam. Kleine Kinder ohne eine Aufsichtsperson, die bei uns um Geld bettelten. Wir gaben ihnen keines, denn hinter diesen Aktionen stecken meist Banden. Das wollten wir nicht unterstützen. Die Kinder hatten traurige Augen und sahen erschöpft aus. Ein Anblick, der mir einen Stich versetzte. Dann sah ich, wie eines der Kinder auf meine Pizza starrte. Sie sah auf die Pizza, dann sah sie mich an und ich wusste, dass sie in diesem Moment alles dafür geben würde, einmal abzubeißen. Natürlich gab ich ihr das Stück Pizza und ihre Augen strahlten vor Glück, als hätte ich ihr ein großes Geschenk gemacht. Später kam sie nochmal und bekam noch den Rest meines Essens. Zu sehen, dass ein Kind um Essen betteln muss, ist einfach nur schrecklich.

Bettelnde Kinder auf der Straße

In Nicaragua und vor allem in den Städten Leon und Granada sahen wir auch oft Kinder, die den ganzen Tag auf der Straße saßen und bettelten. Ich kann nur für sie hoffen, dass sie das Geld, dass sie da einnehmen, wirklich für ihre Familien verwenden können und es nicht an irgendwelche Banden geht. Es ist schwer einzuschätzen. Man will helfen aber man möchte mit seiner Hilfe das ganze Bandengeschäft auch nicht noch verstärken.

Eine Geschichte hat mich besonders berührt. Mir wurde erzählt, dass man in Indonesien mit dem Schiff von der Insel Java nach Bali fahren kann. Auf dieser Fahrt gibt es wohl eine Stelle, an der viele Touristen Geld in das Meer schmeißen. Ein Ritual, das Glück und Wohlstand bringen soll. Die Kinder dieser Insel tauchen teilweise enorm tief, um dieses Geld wieder heraus zu holen. Für uns sind es ein paar Euro, etwas Geld, dass wir in unser Glück investieren. Für die Kinder dort bedeutet dieses Geld, mehrere Tage Essen…

Arm aber trotzdem reich = Wenn Kinder minimalistisch aufwachsen

Aber ich bin auch auf Kinder auf meiner Reise gestoßen, z.B auf Ometepe, die auf den ersten Blick arme Kinder waren aber trotzdem so unglaublich reich.

Ich sehe kleine Kinder, die laut lachend am Strand herumtoben und mit den Dingen spielen, die sie in der Natur finden. Sie haben keine elektronischen Spielautos, keine Handys oder tausende von Spielsachen. Sie haben oftmals nur die Dinge, die die Natur Ihnen gegeben hat. Sie lieben es, im Meer zu toben, genießen es sich frei und unbeschwert in der Natur bewegen zu können. Und sie schauen dich als Weiße mit rießigen bewunderten Augen an, weil du aus dem Europa kommst, dass in ihren Augen so einzigartig und reich ist. Erstrebenswert. Der Traum einmal im Leben nach Europa zu reisen glitzert in ihren Augen. Für die wenigsten von ihnen wird sich dieser erfüllen. Die armen Kinder? Eigentlich nicht. Die Kleinen sahen gepflegt aus, hatten ein Dach über dem Kopf und waren gut genährt. Für mich wirkten diese Kinder reicher als viele andere Kinder in Europa. Reich an Lebensfreude, im Kontakt mit der Natur und zufrieden mit dem wenigen, das sie haben. Schon Kleinstkinder toben ohne Aufsicht im See oder laufen am Strand entlang. Angst vor der Natur gibt es hier nicht, die kleinen wachsen schon damit auf. Es ist ein ganz anderes Leben eine ganz andere Erziehung. Was nun besser oder schlechter ist, das kann ich nicht beurteilen. Und natürlich gibt es viel zu viele richtige arme Kinder auf dieser Welt, die Hunger leiden müssen und hart arbeiten für Ihre Familien.

Aber diese Kinder, die ich meine, haben mich fasziniert. Ich hätte ihnen stundenlang zuschauen können, wie sie die Natur um sich herum zu ihrem eigenen Spielplatz machen. Wie sie mit strahlenden Augen und einem offenen Herzen ihrer Umgebung begegnen. Sie sind vielleicht finaniziell gesehen arm aber unglaublich reich an Lebensfreude.

Eure Nele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.