Ein Wochenende im Tessin: Ascona, Verzasca, Cannobio und Bellinzona

Ein Wochenende im Tessin, da, wo der Sommer öfter vorbei schaut als bei uns (obwohl wir uns dieses Jahr nicht beschweren können). Da, wo die Schweiz auf Italien trifft. Die Heimat des Lago Maggiore, Pizza und Pasta und unglaublich schöner Natur. Genau dort hin hat es uns für ein Wochenende gezogen. Was wir dort erlebt haben, was ihr auf keinen Fall verpassen solltet und ob sich ein Wochenende im Tessin lohnt, erfährst du  in diesem Artikel. Achtung: Fernwehpotenzial 🙂

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Ascona – Das Saint – Tropez der Schweiz

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Ascona Promenade

Die Kleinstadt Ascona, direkt am Lago Maggiore gelegen, ist mit seinen rund 5 000 Einwohnern nicht gerade groß. Wenn ich so drüber nachdenke ist es sogar kleiner als das Dorf in dem ich lebe. Trotzdem oder gerade deshalb ist Ascona eine Perle im Schweizer Kanton Tessin und wird auch das Saint – Tropez der Schweiz genannt. Die Kombination aus Palmen, dem silberschimmernden See, den hohen Bergen und der italienischen Sprache verleiht der Kleinstadt ein mediterranes Flair. Ich musste mir während unseres Aufenthaltes immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass ich noch in der Schweiz war, denn es hat sich absolut nicht mehr so angefühlt. In Ascona angekommen war ich sofort in Urlaubsstimmung, die Stadt wirkte sehr entspannt auf mich. Es fühlte sich teilweise wirklich so an als sei man in Italien und das nur etwa vier Autostunden von der Grenze zu Deutschland entfernt.

Große Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, die Stadt eignet sich prima als Ausflugspunkt nach Locarno, in das angrenzende Italien oder in das Verzasca Tal.

Wusstet ihr eigentlich, dass Ascona früher zu Mailand gehörte? (Quelle www.wikipedia.de)

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Unsere Ferienwohnung in Ascona

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Wir wurden in Ascona in eine Ferienwohnung eingeladen, die zentraler nicht hätte sein können. Die Wohnung liegt in einer Ferien- und Wohnanlage mit seitlichem Balkonblick auf den Lago Maggiore. Man kann hier einerseits entspannen und die Ruhe genießen und ist andererseits in wenigen Gehminuten an der Promenade mit zahlreichen Restaurants und natürlich dem Lago Maggiore. Zusätzlich sind in dem Wohngebäude ein Aufzug, Hallenbad, Sauna, Solarium, sowie ein Tiefgaragenstellplatz verfügbar.

Die Wohnung liegt im 3.Stock des Gebäudes, perfekt um den Lago Blick vom Balkon aus zu genießen. Wenn man die Wohnung betritt, wird man von einem großen Eingangsbereich mit einem  Spiegel begrüßt. Die Wohnung hat etwa 112 qm und 3,5 Zimmer, zwei große Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad. Auch die anderen Räume sind sehr großzügig gestaltet, man hat viel Platz hier. Die Wohnung ist rustikal eingerichtet und ist mit allem ausgestattet, was man in einer Ferienwohnung benötigt. Mir kommt es bei einer Ferienwohnung vor allem auf folgende Dinge an: Sauberkeit, Ausstattung, zentrale Lage und die Unterkunft muss einen Wohlfühlcharakter haben. Genau das hatte diese Wohnung, auch wenn ich privat einen anderen Einrichtungsgeschmack habe. Es hat sich nach zuhause angefühlt, so sehr sogar, dass wir am Abend noch eine Runde Monopoly hingelegt haben. Gemütlich und familiär eben, genauso wie ein Kurzurlaub sich anfühlen muss : ).

 

 

 

 

Mehr Informationen findet ihr hier: www.ferienwohnung-ascona.com

Essen und Trinken in Ascona

 

 

Fangen wir mal mit der Mahlzeit an, mit der normalerweise ein Tag beginnt. Dem Frühstück. Ihr wisst ich liebe es, am Wochenende ausgiebig zu frühstücken. Leider ist das in Ascona und allgemein im Tessin gar nicht so einfach, denn die Kultur scheint hier eine andere zu sein. In Ascona selbst haben wir kein Café gefunden, dass ein Frühstück anbietet, wie ich mir das vorstelle. Es gab entweder Crossaint oder Panini (belegte Brote). Im nahegelegenen Locarno befinden sich aber ein paar solcher Cafés.

Abendessen kann mir in Ascona sehr schön direkt an der Promenade. Hier gibt es zahlreiche Restaurants mit Blick auf den See. Die Preise sind für diese Lage und in Anbetracht der generell hohen Preise in der Schweiz echt fair und nicht überteuert. (Eine Pizza kostet ca. 20 -24 Franken, entspricht etwa 17 – 21 Euro). Qualitativ haben mich diese Lokale aber nicht umgehauen, zumindest nicht die, in denen wir waren. Es war gut und lecker aber eben nicht WOW. Ich bevorzuge ja kleinere Restaurants in irgendwelche Seitengassen und so haben wir uns am zweiten Abend auf den Weg gemacht, auf der Suche nach genau so einer kleinen Perle. Und ich würde sagen, wir haben Sie auch gefunden. Die Pizzaria Cortile war fernab der übrigen Restaurants sehr gemütlich und hatte eine tolle Atmosphäre, das Essen schmeckte sehr gut und die Bedienung war freundlich. Das kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Pizzaria Cortile

Ein weiteres Essenshighlight in Ascona, das wir leider nicht selbst ausprobiert haben, soll die Grotto Baldoria sein. Hier isst man was auf den Tisch kommt. Geschmacklich wohl nicht gerade das besondere Highlight aber dafür ein Erlebnis. Man bekommt traditionelle Menüs serviert und schneidet sich immer das ab, was man eben essen möchte. Zum Beispiel steht da Salat auf dem Tisch, man nimmt sich was man will, dann kommt Pasta man nimmt sich was man will, und es wird weitergereicht Das selbe mit Salami und Fleisch. Ich hätte es sehr gerne selbst ausprobiert, aber als Vegetarier ist es leider schwierig, wenn man essen muss, was auf den Tisch kommt : ). Ich wollte euch diesen Tipp trotzdem nicht vorenthalten.

Wer am Abend den Tag gemütlich ausklingen lassen will, der sollte die Seelounge Seven direkt am Ufer des Lago Maggiore besuchen. Entspannte Nightlife Atmosphäre. Hier bekommt man zum Drink dazu noch ein paar Snacks und den Blick auf den See kostenlos dazu. Hier hätte ich stundenlang sitzen können.

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Seelounge Seven
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Seelounge Seven

Der Sonntagsmarkt in Cannobio

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Markt in Cannobio

Etwa eine halbe Autostunde von Ascona entfernt befindet sich das kleine italienische Städtchen Cannobio. Ja ihr habt richtig gelesen, wir haben noch einen kurzen Abstecher nach Italien gemacht. Weit ist das dann ja nicht mehr entfernt und der Sonntagsmarkt in Cannobio ist sehr berühmt, den wollten wir uns natürlich anschauen. Die Strecke von Ascona nach Cannobio führ teilweise über eine Panoramastraße mit Blick auf den Lago Maggiore. Wunderschön!

Cannobio selbst ist auch wieder ein sehr kleines Städtchen mit gerade einmal etwas mehr als 5.000 Einwohnern. Das Städtchen wirkt normalerweise sehr freundlich und ruhig, es gibt hier keinen Durchgangsverkehr. Aber am Sonntag wird die Stadt zu neuem Leben erweckt. Viele kommen von weit her, um diesen Markt zu sehen. An der Promenade reiht sich ein Stand an den nächsten, Kleider, Schmuck, Dekoration, Taschen, alles, was vor allem das Frauenherz begehrt. Zu empfehlen ist es, bereits recht früh morgens anzureisen. Gerade bei schönem Wetter sind es schon enorme Menschenmassen, eine Mischung aus Einheimischen und Touristen, die sich ihren Weg durch den Markt bahnen. Ich persönlich muss sagen, dass ich von dem Markt etwas enttäuscht war. Es war schön, es mal zu erleben und sich von dem geschäftigen Flair mitreißen zu lassen. Mir haben aber kleine, spezialisierte Buden gefehlt. Jeder bietet fast alle an, gerade auch bei den kulinarischen Köstlichkeiten. Dieser Teil des Marktes ist meiner Meinung nach sowieso viel zu klein, denn das ist das, was mich eher interessiert. Regionale Köstlichkeiten statt überteuerter, teilweise gefälschter Ware. Aber wie so vieles ist ja auch das Geschmacksache :). Was ich super fand: Die Parkplatzsituation hatten die Veranstalter bestens im Griff. Der Parkplatz kostet zwar 5 Euro aber man wird eingewiesen und kann auf der Wiese eines Sportplatzes parken.

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Markt in Cannobio

 

 

 

 

 

Valle Verzasca: Das Verzasca-Tal

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Verzasca Tal

 

Vor meiner Reise habe ich über Instagram von einer lieben Followerin den Tipp bekommen, bei meinem Urlaub im Tessin unbedingt das Verzasca Tal zu besuchen, es sei sehr beeindruckend. Und sie hat nicht zuviel versprochen. Wie gerne hätte ich hier noch mehr Zeit gehabt, um zu wandern und noch mehr unberührte Natur in diesem wilden Tal zu entdecken. So blieb leider nur Zeit für die typischen Touristen Hotspots aber auch das war mehr als beeindruckend. Das Verzascatal ist wild, mit steilen Hängen, steinigen Formationen, Wasserfällen und den typischen Verzascahäusern. Das Verzasca Tal hat seinen Namen von dem Fluss Verzasca, der durch das Tal fließt und am Ende in einen Stausee mündet. Aber der Verzasca ist nicht einfach nur ein Fluss, seine smaragdgrüne Farbe ist wunderschön und in Kombination mit der wilden Natur um ihn herum, entsteht eine beeindruckende Kombination, wie sie nur die Natur schaffen kann.

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Lavertezzo und die Ponte dei Salti

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Ponte dei Salti

Lavertezzo ist ein süßer kleiner Ort im Verzasca Tal, der mittlerweile vor allem durch eines berühmt ist: Die Ponte dei Salti Brücke. Auf die Brücke gehe ich gleich noch genauer ein. Aber auch der Ort selbst wirkt wunderschön und friedlich mit den kleinen typischen Häusern, umgeben von hohen Felswänden inmitten der Natur. Das alles geht aber leider etwas unter durch die berühmte Brücke und das kristallklare Wasser des Verzasca.

Die Ponte dei Salit, übersetzt die Brücke der Sprünge, ist eine Steinbrücke mit zwei großen Bögen, die über den türkisfarbenen Fluss gebaut wurde. Die Brücke in Verbindung mit dem schimmernden Wasser des Flusses und den großen, rauen Steinen im Flussbett ergeben ein wunderschönes Bild. Leider ist das mittlerweile durch Social Media kein Geheimtipp mehr, vor allem im Sommer wird der Ort von vielen zum Baden genutzt. Früher waren hier eher Einheimische aufzufinden. Trotzdem ist es für mich immer noch ein magischer Ort. Überzeugt euch selbst anhand der Bilder :).

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Verzasca-Tal: 007 James Bond Bungee Jump

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James Bond Bungee Jump

Alle James Bond Fans werden sich wahrscheinlich noch an diesen spektakulären Stunt erinnern: 007, damals noch gespielt von Pierce Brosnan, stürzt sich im Film „Golden Eye“ 220 Meter von der Verzasca Staumauer in die Tiefe. Dieser Stunt gilt als einer der spektakulärsten der Filmgeschichte. Die Staumauer ist die vierthöchste in der Schweiz. Und genau hier können sich wagemutige auf die Spuren von James Bond begeben und den gleichen Stunt machen wie er: Ein Bungee Jump von der Contra, so ist der eigentliche Name der Staumauer. Der ganze „Spaß“ (für mich wäre das alles andere als spaßig), kostet 230 Franken, ca. 200 Euro. Wir hatten das Glück hautnah miterleben zu können, als ein Mann sich dort abenteuerlustig in die Tiefe stürzte. Er schien begeistert zu sein, mir wurde beim zuschauen schon schlecht. Ein Erlebnis ist es sicher allemal. Aber man sollte auch gute Nerven haben. Auf dem Rückweg sind wir zwei jungen Männern aus der Schweiz begegnet, auch sie wollten das Abenteuer wagen aber mit einer ganz schönen Portion Respekt im Bauch. Eine Reservierung vor dem Sprung ist unbedingt erforderlich.

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Staumauer im Verzasca Tal

Bellinzona – Die Stadt der Burgen

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Bellinzona

An unserem letzten Tag im Tessin entschieden wir uns spontan noch dazu auf dem Rückweg einen Abstecher in die Hauptstadt des Tessins nach Bellinzona zu machen. Bellinzona soll die Stadt im Tessin sein, die italienischen Städten am ähnlichsten ist. Kleine, schmale Gassen, süße Cafés und die Festungen der Burgen bilden ein beeindruckendes Stadtbild. Hier haben wir dann auch einen Markt gefunden, der uns besser gefallen hat als der in Cannobio. Viel kleiner und persönlicher und hier gab es hauptsächlich kulinarische Köstlichkeiten. Leider findet dieser Markt, wie wir ihn erlebt haben, immer nur an den Sonntagen im Oktober statt. Beginn ist der Sonntag des Almabtriebs, dort gibt es dann ein großes turbulentes Treiben auf dem Markplatz. Jeden Samstag findet zudem auf dem Marktplatz der reguläre Wochenmarkt statt.

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Bellinzona

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Bellinzona ist aber mehr als ein schönes Städtchen im Tessin. Diese Stadt ist vor allem bekannt durch ihre drei Burgen, die zum Weltkulturerbe ernannt wurden und das Stadtbild schon von außen sehr prägen. Der Besuch, zumindest einer der Burgen, gehört zu einem Besuch im Tessin auf jeden Fall dazu. Leider war auch hier unsere Zeit zu knapp, um alle drei Burgen zu besuchen, trotzdem möchte ich euch alle drei Burgen kurz beschreiben.

Castelgrande

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Castle Grande

Die Castelgrande ist von außen betrachtet die imposanteste Burg, da ihre Festungsmauer noch sehr gut erhalten ist und dadurch die Anlage sehr groß und imposant wirkt. Die Burg erreicht man entweder mit einem Lift oder aber zu Fuß von der Altstadt. In der Burg befindet sich ein Museum und in der Anlage auch ein Restaurant. Von der Burg aus hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und die Umgebung.

Montebello

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Montebello

Um die Burg Montebello zu erreichen, die auf einem Berg gegenüber der Castelgrande liegt, muss man einige Treppen vom Zentrum der Stadt hinaufsteigen. An sich aber gut machbar. Genau auf diese Burg sind wir „gewandert“, denn von hier hat man eine fantastische Sicht auf die Festungsmauern der Castelgrande und auf die Stadt. Wenn man hier durchläuft hat man das Gefühl in eine alte Zeit zurückversetzt zu werden. Sehr beeindruckend und ein MUSS, wenn man Bellinzona besucht. Auch in dieser Burg befindet sich ein Museum.

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Sasso Corbaro

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Diese Burg ist die am höchsten gelegene von allen Burgen in Bellinzona. Durch die Lage hat man sicherlich einen tollen Blick auf die ganze Umgebung von Bellinzona. Auf diese Burg kann man ebenfalls wandern oder mit dem Auto hochfahren. Dort befindet sich ebenfalls ein Restaurant.

Alle drei Burgen kann man auch mit einer Touristenbahn erreichen, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führen. Aber wie sag ich immer gerne: Erkunden heißt für mich selbst laufen und sich treiben lassen. Also nichts da Touristenbahn fahren 🙂

 

Heimfahrt über den Gotthard Pass

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Gotthard Pass

Selbst wenn man selbst noch nicht im Tessin war, der Name Gotthard sagt glaube ich jedem etwas, alleine schon durch die ganzen Stau-Meldungen, die man von dem 15 km langen Gotthard Tunnel immer im Radio hört. Genau davon waren wir bei der Heimfahrt nämlich auch betroffen: Stau! Deshalb entschieden wir uns den kleinen Umweg über den Gotthard Pass zu fahren, also nicht durch die Berge durch im Tunnel, sondern direkt an ihnen vorbei zu fahren. Auch wenn die Strecke durch die vielen Kurven sehr anstrengend zu fahren sind, habe ich mich, zugegeben als Beifahrer, sehr über diesen kleinen Umweg gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Aussicht da oben auf die Berge und in das Tal hinunter waren einfach nur atemberaubend schön. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ja, das Wochenende hat mir mal wieder bestätigt: Ich werde langsam immer mehr zum Bergliebhaber. Wer hätte das gedacht :).

 

 

Einen kleinen Film über unser Wochenende findet ihr auf meinem Youtube Kanal: Kurzurlaub im Tessin

Eure Nele

 

 

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