Die Kirchenstadt Salzburg: Das Rom des Nordens

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Die österreichische Stadt Salzburg wird auch das Rom des Nordens genannt. Diesen Namen hat die Stadt vor allem ihren vielen Kirchen zu verdanken, die das Stadtbild enorm prägen. Zählt man nur die Kirchen und lässt kleine Kapellen unberücksichtigt, findet man alleine 47 Kirchen in und um die Stadt. Zudem ist Salzburg die Stadt in Österreich mit den meisten Trauungen. Als ich zur Kirchenreise nach Salzburg eingeladen wurde, war mir erst einmal nicht so recht bewusst, was mich erwarten würde. Was sollte ich mir unter einer Kirchenreise vorstellen? Passt dieses Thema zu meinem Blog und meinen Lesern? Ich wurde sehr gläubig erzogen und trage auch einen gewissen Glauben in mir, was für mich aber nicht bedeutet in die Kirche zu gehen oder gewisse Rituale mitzumachen. Nun, nachdem die Kirchenreise vorbei ist und ich diesen Beitrag schreibe, kann ich euch sagen: Salzburg und seine kirchliche Geschichte fesseln, egal welchen Glauben man hat.

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Der Schatz des Fürst Erzbischof

Um einen Bezug zu den Orten, die wir besucht haben herzustellen und mit Spaß in die Geschichte der Stadt Salzburg einzutauchen, wurde für uns eine Schatzsuche auf die Beine gestellt. Gesucht wurde der Schatz des Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Dieser Fürst war am Bodensee geboren, unweit meiner Heimat. Er war verheiratet und hatte insgesamt 15 Kinder. Wolf Dietrich von Raitenau regierte das Bistum Salzburg bis etwa 1612. Man sagt dem Fürsterzbischof nach, dass er einen wesentlichen Anteil daran trägt, dass Salzburg heute so aussieht, wie es aussieht. Er hatte einen Faible für Architektur und für Italien, daher eventuell auch die Parallelen zu der italienischen Stadt Rom. Trotzdem endete das Leben von Wolf Dietrich nicht mit Ruhm sondern in Gefangenschaft. Er verursachte einen Einmarsch von verfeindeten Truppen in Salzburg und wurde daraufhin festgenommen.

In Salzburg machten wir uns also auf die Suche nach dem Schatz von Wolf Dietrich. Eine Schatzsuche durch Salzburg. Wie spannend:) Was würde uns erwarten?

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Unsere Schatzkarte

Die Schatzsuche führte uns über verschiedene Stationen in Salzburg, so lernten wir die Stadt noch besser kennen. Letztlich kamen wir dann an unserem Ziel an: Dem Grab von Wolf Dietrich von Raitenau auf dem Sebastiansfriedhof. Diese Grabstätte hatte er bereits zu Lebzeiten in Auftrag gegeben. Normalerweise kann man die Grabstätte nur von außen begutachten, wir durften einen Blick in das Gebäude, in dem der Sarg liegt, werfen. Seit 2002 ist das Begehen der letzten Ruhestätte nicht mehr erlaubt, da es hier leider Besucher gab, die gewisse Regeln nicht beachtet haben. Die Grabstätte ist beeindruckend gestaltet und an der Decke des Gebäudes fanden wir dann auch endlich unseren Schatz, beziehungsweise seinen Schatz. Seine Frau Salomone vergötterte er so sehr, dass er ihr in symbolischer Form einen Platz in seiner Grabstätte schenkte, sodass er von seiner Grabstätte aus quasi direkt in Ihr Gesicht schauen konnte.

 

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Das Gesicht seiner Frau Salomone an der Decke in seiner letzten Ruhestätte

 

Scala Santa = Die halbe heilige Treppe

Diese Treppe bildet wieder eine Verbindung zur italienischen Stadt Rom. Die originale heilige Treppe befindet sich nämlich in der Laterankirche in Rom. In der Kajetanerkirche in Salzburg befindet sich eine Kopie dieser heiligen Treppe. 28 Stufen führen zu einem kleinen Altar am Ende der Stufen. Den Weg dorthin muss man kniend beschreiten. Sehr schmerzhaft aber dadurch sollen Sünden vergeben werden. Die Scala Santa in Salzburg hat jeden Samstag von 11 bis 12 Uhr geöffnet.

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Scala Santa Salzburg

Der St. Peters Friedhof

Es mag vielleicht komisch wirken, einen Friedhof als eine Art Sehenswürdigkeit anzupreisen, aber wer schon einmal auf dem Sankt Peters Friedhof war, kann das wahrscheinlich nur allzu gut verstehen. Der Friedhof ist parkähnlich angelegt und auch geprägt von dem Kirchenbild der Stadt Freiburg. Er ist einer der ältesten Friedhöfe in Salzburg Außerdem sind hier einige bekannte Persönlichkeiten begraben, zum Beispiel Mozarts Schwester.

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Das Grab von Mozarts Schwester
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Friedhof Sankt Peters

Katakomben

Das Grab von Mozarts Schwester befindet sich in den sogenannten Katakomben auf dem Friedhof Sankt Peter. In den Katakomben hat Salzburgs Kirchengeschichte begonnen. Unter Katakomben versteht man normalerweise eine Begräbnisstätte, in diesem Fall diente das Gebäude früher aber als Kapelle und christlichen Ort des Zusammentreffens. Von dem oberen Teil der Katakomben hat man eine tolle Aussicht.

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Das Domquartier und der Salzburger Dom

Das Domquartier ist ein Museum in der Stadt Salzburg. Bei einem Rundgang kann man hier einen Blick in die verschiedenen Räumlichkeiten werfen, vor allem der Prunksaal ist sehr beeindruckend. Leider darf man hier nicht fotografieren. Während des Rundgangs kann man natürlich auch den Dom begutachten, von innen sehr beeindruckend und wunderschön gestaltet. Von außen eines der Wahrzeichen von Salzburg. Ein Rundgang durch das Domquatier wie wir ihn gemacht haben ist (noch) kostenlos. Ab kommendem Jahr soll der Dom Eintritt kosten. Im oberen Stockwerk befindet sich eine Terrasse von der aus man eine schöne Aussicht auf den Domplatz, verschiedene Kirchen und die Berge von Salzburg.

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Aussicht vom Domquartier
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Der Dom

Wallfahrtkirche Maria Plain

Die Wallfahrtskirche Maria Plain ist eine römisch – katholische Kirche und ein Wallfahrtsort in Bergheim. Bergheim befindet sich etwa 5km von der Stadt Salzburg entfernt. Auch einige Weitwanderwege, wie zum Beispiel der Jakobsweg erreichen die Wallfahrtskirche Maria Plain. Von dem Berg aus, auf dem die Kirche steht, hat man auch einen tollen Ausblick auf das Umland von Salzburg (siehe zum Beispiel das Beitragsbild zu diesem Artikel).

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Die Wallfahrtskirche Maria Plain
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Aussicht von der Wallfahrtskirche in Bergheim

Gregorianschie Gesänge Stiftung Nonnberg

Das Stift Nonnberg ist ein Frauenkloster in Salzburg. Die Frauen hier leben in Ruhe und Abgeschiedenheit, das Kloster ist nur durch einen schmalen Weg erreichbar und liegt unterhalb des Festungsberges. Es ist zudem eines der ältesten traditionellen Frauenkloster der Welt. Wer früh morgens um kurz vor 7 Uhr den Weg in das Kloster und die Kirche dort findet, kann den Klängen von gregorianischen Gesängen lauschen. Wir saßen in der noch halb im dunkeln liegenden Kirche, vor uns waren die Umrisse des Altars zu sehen und hinter uns, für uns nicht einsehbar auf einer kleinen Anhöhe, fand der Gottesdienst für die Frauen des Klosters statt. Wenn man ihren gregorianischen Gesängen lauscht verfällt man in eine Art Ruhezustand, so ging es mir zumindest. Ich wurde innerlich total ruhig und es war eine mystische Atmosphäre.

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Morgens kurz vor 7 Uhr: Aussicht vom Stift Nonnberg

Wenn ihr standesgemäß in der Kirchenstadt Salzburg unterkommen wollt

In Salzburg gibt es etwa ein Duzend kirchlicher Unterkünfte. Das bedeutet nicht, dass man dort einen Gottesdienst besuchen muss, aber die Unterkünfte befinden sich im Herzen von kirchlichen Gebäuden. Meine Unterkunft war das Gästehaus im Priesterseminar. Zentral in der Stadt, nahe an allen Sehenswürdigkeiten, super gutes Frühstücksbuffet, durch die zentrale Lage bis abends um 22 Uhr etwas lauter aber ich würde hier definitiv wieder unterkommen, da ich mich sehr wohl gefühlt habe.

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Unterkunft im Priesterseminar Salzburg

Was ihr vielleicht noch nicht wusstet: Salzburgs bekanntes Weihnachtslied.

Ok bis Weihnachten dauert es noch etwas ABER wenn ihr dieses Jahr das Weihnachtslied „ Stille Nacht! Heilige Nacht! anstimmt, werdet ihr vielleicht an Salzburg denken. Denn: Das Lied hat seinen Ursprung in Salzburg. Der Text zu dem Lied stammt von einem Salzburger Pfarrer, die Melodie von einem Lehrer aus Österreich. Das Lied ist mittlerweile fast überall auf der Welt bekannt und wurde in unterschiedliche Sprachen übersetzt.

Fazit

Die Kirchenstadt Salzburg hat viel zu bieten, vor allem viele geschichtliche Hintergründe. Es lohnt sich diese zu entdecken :).

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich euch mehr von meinem Wochenende in Salzburg. Von einer Wanderung durch den Almkanal, ich habe Essens-und Restauranttipps für euch und vieles mehr.

Eure Nele

 

Danke an Tourismus Salzburg und Fräulein Flora für dieses tolle Wochenende !

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Vielen Dank für deinen tollen Beitrag und dass du in Salzburg warst 🙂

    1. neleworld sagt:

      Danke für die Einladung. Es war wirklich eine tolle Zeit 🙂

  2. Wunderschöner Post, Daniela! Das Wochenende war viel zu schnell vorbei, aber es war toll, euch alle kennenzulernen!
    Liebe Grüße, Lisa & Benedikt

    1. neleworld sagt:

      Danke euch ihr Lieben das freut mich 🙂 Es war wirklich ein tolles Wochenende mit euch allen 🙂 Liebe Grüße

  3. Tatiana sagt:

    Hey Nele,
    das ist so ein schöner Post geworden – wie das Wochenende überhaupt! War toll, Salzburg mal von einer anderen Seite kennenzulernen!
    Liebe Grüße,
    Tatiana

    1. neleworld sagt:

      Danke meine Liebe, es freut mich dass dir der Post gefällt 😊 ❤️ Ich fand es auch ein richtig tolles Wochenende und vor allem toll, euch alle kennen zu lernen. LIEBE Grüße 😊

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