Mit dem Bus nach Ascona (Lago Maggiore)

Am Ostersonntag habe ich ein Experiment gewagt und bin mit einer Bustour an den Lago Maggiore gefahren. Meine Mutter wollte schon lange einmal so eine Tour machen, ich habe mich immer dagegen gewehrt. „Das ist doch langweilig, nur ältere Menschen machen das. Außerdem hat man nicht viel von der Reise, sieht kaum etwas.“ Das waren immer meine Argumente. Als dann aber absehbar war, dass das Wetter in Deutschland an Ostern nicht so brickelnd sein wird, habe ich mich entschieden meine Vorurteile über Bord zu werfen und mich auf eine Tagestour an den Lago Maggiore eingelassen.

Eine Busfahrt nach Ascona

Die Fahrt begann am Ostersonntag morgens um sechs Uhr. Wir fuhren mit einem großen Reisebus in Richtung Ascona. Ascona ist eine Stadt im schweizer Kanton Tessin. Dieser Kanton liegt im Süden der Schweiz am Lago Maggiore, im italienischsprachigen Teil des Landes.

Schon gewusst?

Der Name „Schweiz“ ist nicht im herkömmlichen Sinne ein Ländername, sondern ein geographischer Begriff. Er steht für eine Besonderheit in einer sonst homogenen Landschaft. Daher gibt es auch heute noch insgesamt 160 Schweizen auf der ganzen Welt, zum Beispiel die neuseeländische Schweiz, die afrikanische Schweiz und die sächsische Schweiz. Die eigentlichen Ureinwohner unseres Nachbarlandes hießen eigentlich Helvetier und die Schweiz sollte daher normalerweise Helvetia heißen. In der Schweiz gibt es einige Firmen, die diesen Namen noch in ihrer Firmenbezeichnung verwenden.

Meine Befürchtungen bezüglich des Altersdurchschnitts einer solchen Busfahrt wurden Realität, ich war bei weitem die Jüngste der über sechzig Reisenden in diesem Bus. Ein Problem war das für mich aber nicht, schließlich war es ein Familienausflug und eine günstige Gelegenheit ins Tessin zu kommen. Insgesamt waren wir gute vier Stunden pro Weg mit dem Bus unterwegs. Langweilig wurde es dabei aber nicht. Zwar verbrachten wir ein großes Stück der Reise auf der Autobahn, fuhren aber auch an toller Natur und dem Vierwaldstättersee vorbei. Je tiefer wir in die Schweiz hinein fuhren, umso weißer wurde die Winterlandschaft. Teilweise lag in den Tälern noch zentimeterhoher Schnee. Kurz vor dem Gotthardtunnel (er verbindet den Kanton Uri mit dem sonnigen Tessin und ist mit 16 Kilometern Länge der längste Straßentunnel der Welt), begann es sogar zu schneien. Als wir dann nach einiger Zeit aus dem Tunnel wieder herausfuhren, begrüßte uns strahlender Sonnenschein und es wurde immer schöner und wärmer. Es war, als würde der Tunnel zwei komplett unterschiedliche Welten voneinander trennen.

Ein Tag in Ascona (Lago Maggiore)

In Ascona angekommen erwarteten uns gefühlte zwanzig Grad und ein blauer Frühlingshimmel. Manchmal war ich etwas irritiert und musste mir erst wieder ins Gedächtnis rufen, dass ich immer noch in der Schweiz war, auch wenn es sich eher nach Italien anfühlte 🙂 Die Stadt gefiel mir auf Anhieb. Die kleinen Gässchen und die Lage am See hat eindeutig Charme und ich kam sofort in Urlaubsstimmung. Das Flanieren an der Uferpromenade, das Eisessen mit Blick auf den See und die schneebedeckten Berge im Hintergrund machten dieses Gefühl perfekt. Hier ein paar Bilder für euch 🙂

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Anschließend ging es mit dem Schiff von Ascona nach Locarno. Eine einfache Fahrt kostet umgerechnet circa 16 Euro. Die Überfahrt dauert nicht lange, etwa eine halbe Stunde aber man hat eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge und das glitzernde Wasser des Sees.

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Von Locarno war ich ehrlicherweise etwas enttäuscht, im Vergleich zu Ascona hat mich diese Stadt nicht so begeistert. Alles ist größer und lauter, die gemütlichen Cafes an der Strandpromenade fehlen hier und damit auch das gewisse Flair. Leider hatten wir hier aber auch nur eine Stunde Aufenthalt, sodass ich diese Stadt wahrscheinlich nicht ganz fair bewerten kann. Das gute Wetter war jedenfalls auch hier auf unserer Seite.

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Unsere Fähre am Hafen von Locarno

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Fazit

Der Lago Maggiore auf der schweizer Seite ist auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt hier einiges zu sehen und zu erkunden, sodass hierfür eine Tagesfahrt fast zu kurz ist. Wenn man sich aber einen ersten Eindruck verschaffen will und einfach mal einen Tag Urlaub braucht, ist es genau das richtige. Meine Bedenken bezüglich einer Bustour wurden bestätigt, man bekommt einfach nur einen oberflächlichen Eindruck der besuchten Orte, um aber einfach mal für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen ist es perfekt.

Habt ihr schon mal eine Bustour gemacht oder wart ihr schon in Ascona und Locarno? Teilt ihr meine Meinung oder habe ich in der kurzen Zeit einen falschen Eindruck bekommen? Hinterlasst mir doch Kommentare, ich freue mich darauf 🙂

Eure Nele <3

 

 

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Marina sagt:

    Ich mache des öfteren Bustouren, egal ob als Tagesausflug oder auch als Studienrundreise. Natürlich muss man sich, bezüglich des zeitlichen Rahmens der Gruppe anpassen, dafür kann man aber in der zur Verfügung stehenden Zeit auch mehr sehen, als dies beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln der Fall ist. Oberflächlicher sind diese Reisen nicht per se, vielmehr liegt das doch am einzelnen Teilnehmer. Der Altersdurchschnitt ist in der Tat höher als bei anderen Reiseformen, doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen.

    1. neleworld sagt:

      Danke liebe Marina zu deiner interessanten Meinung zu diesem Thema 🙂

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