Mexiko: Tulum in 3-4 Tagen

Der Ort Tulum gehört durch seine Mayaruinen, Cenoten und Strände bei einer Reise durch Mexiko auf jede Bucketlist.  Trotzdem ist es kein Ort, den jeder sofort uneingeschränkt weiterempfiehlt. Manche hassen es, andere lieben es. Ich habe beide Gefühle durchgemacht, kann aber am Ende sagen: Ich würde definitiv wieder kommen.

Wenn ich am Reisen bin, möchte ich spontan bleiben. Daher werden Unterkünfte frühestens 1-2 Tage vor Ankunft gebucht. Dadurch und durch unser geringes Budget, war die Auswahl an möglichen Hostels für uns in Tulum recht klein. Wir wählten das mit den besten Bewertungen aus (immerhin über 8,2) und fragten uns die ganze Zeit, wie diese Bewertung zustande kam. Das Hostel war sehr lieblos gestaltet, kalt und es herrschte eine komische Atmosphäre dort. Es war jetzt nicht so schlimm, dass man es gar nicht aushielt aber es war eines der schlechtesten Hostels in denen ich war. So etwas trübt den ersten Eindruck einer Stadt ja meist schon etwas. Hinzu kam, dass es das Wetter wirklich gar nicht gut mit uns meinte, dass werdet ihr nachher auch auf den Fotos sehen. Die meiste Zeit war es grau und regnerisch. Das Zentrum der Stadt oder das was uns als Zentrum vorgestellt wurde, war eine Reihe Bars und Restaurants direkt an der Straße, neben einer Baustelle. Die Lokale waren richtig süß, eine schöne Atmosphäre kommt dabei trotzdem nicht auf.  Man kann also sagen, dass ich die ersten Tage Tulum nicht gerade geliebt habe.

An unserem ersten Tag machten wir uns auf den Weg zu der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit in Tulum:

Die Maya Ruinen von Tulum

Diese Ruinen sind im Vergleich zu den Tempeln in Palenque wirklich Ruinen. Von den meisten Gebäuden ist nicht viel übrig.

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Die Ruinen von Tulum

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Beeindruckende Mayaruinen von Tulum

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Dafür ist die Lage direkt am Meer einfach unschlagbar und wunderschön. Nach dem geschichtlichen Teil und der Besichtigung der Ruinen kann man sich hier nach einem heißen Tag eine Abkühlung im Meer gönnen. Diese Stätte ist umrundet von einer Stadtmauer, die zum Meer hin offen ist. Früher diente diese Stätte unter anderem für die Besichtigung von Sternen. Auch hier sind die Öffnungen in den Gebäuden wie Fenster etc. so ausgerichtet, dass die Sonne entsprechend dem Mayakalender durch diese Öffnungen hindurch scheint.

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Die Ruinen von Tulum liegen direkt am Meer

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Nach dem Besuch der Ruinen, kann man am Strand spazieren gehen

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Traumstrand bei den Tulum Ruinen

 

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Dieses ist das beeindruckendste Maya Gebäude von Tulum und auch das Wichtigste. Vor über 500 Jahren muss es noch mehr so gewesen sein, wenn man sich vorstellt, dass die Fassaden damals mit Skulpturen geziert und hell angemalt waren.  In dem oberen Teil des Tempels wurden damals Zeremonien gehalten.

Die Mayas waren davon überzeugt, dass die Natur alles bereitstellte, was für eine sichere und gute Unterkunft notwendig war. Deshalb sahen sie den Dschungel als eine Ressource, der alles bereithielt, was man für eine Wohnung benötigte.

Um Tulum herum gibt es außerdem wieder einige Cenoten. An unserem zweiten Tag in der Stadt haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind in Richtung der Gran Cenote gefahren. Es soll eine der schönsten Cenoten in der näheren Umgebung sein. Von einem Einheimischen wurde uns zwar noch die Cenote „Dos OJOS“ empfohlen, diese war aber teuer und auch weiter weg. Die Tour mit dem Rad war ziemlich anstrengend, da es zum größten Teil keine Fahrradwege gab und wir auf der Straße neben all den Autos gefahren sind, das war nicht ungefährlich. Trotzdem hat es irgendwie Spaß gemacht etwas aktiver zu sein und vor allem war das Wetter an diesem Tag überraschend gut, wir hatten fast den ganzen Tag Sonne. An diesem Tag mochte ich Tulum schon einiges mehr:)

Die Gran Cenote in Tulum

Diese Cenote sah schon von Weitem echt richtig schön aus. Man konnte von dort aus schon erkennen, dass das Wasser sehr klar war. Bevor man den „Badebereich“ der Cenote betreten durfte, musste man sich erst einmal abduschen. Vor Ort kann man sich dann für den Badespaß an der Cenote Schnorchelausrüstungen, Schwimmwesten und Schließfächer mieten. Wir haben uns die Umgebung zuerst einmal von außen angeschaut. Obwohl an diesem Tag das Wetter besser war, war es trotzdem noch recht frisch und  die Lust auf das kalte Nass war nicht sooo groß. Auch von außen betrachtet war die Cenote beeindruckend, man sah auch einige kleine Schildkröten und viele Fische. Wer wollte, konnte dann auch noch durch zwei kleine Höhlen schwimmen bzw. schnorcheln.

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Die Gran Cenote. Hier kann man durch kleine Höhlen tauchen und die Unterwasserwelt bestaunen

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Badespaß in der Gran Cenote

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Tulum’s Gran Cenote

Nach dem kühlen Nass konnte man sich dann auf einer Liegewiese oberhalb der Cenote wieder etwas sonnen. Überraschenderweise und zu meiner Freude kam da tatsächlich die Sonne heraus und ich saugte jeden Strahl wie eine Süchtige in mir auf.

Tulums Traumstrand: Playa Paraiso

Anschließend fuhren wir noch an den Strand. Der Playa Paraiso, der uns von allen als der schönste Strand in Mexiko empfohlen wurde, war unser Ziel. Die Fahrt mit dem Rad zog sich ewig hin. Wir hatten Fahrräder bekommen ohne Klingel, nur mit Rückwärtsbremse und alles in allem sehr unbequem. Irgendwann kamen wir dann endlich am Strand an. Der war schön, eher eine kleine Bucht aber uns war schnell klar, dass das wahrscheinlich nicht der gesuchte Paraiso Strand war. Da es aber schon nachmittags war, blieben wir einfach dort, legten uns in den Sand und genossen es, endlich wieder etwas karibisches Meer und vor allem Sonne zu haben.

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Ein naturbelassener Strand in Tulum

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Alles in allem war das wirklich ein toller Tag.

An unserem letzten Tag in Tulum hatten wir extra einen Bus erst nachmittags gebucht, weil für diesen Tag Sonne vorhergesagt war und wir unbedingt noch einen Strandtag am ‚echten‘ Paraiso Strand haben wollten. Dieses mal fuhren wir aus Zeitgründen mit dem Taxi hin und konnten uns so auch sicher sein, am richtigen Strand zu landen. Der Strand war wirklich traumhaft schön. Weißer Sandstrand, türkisblaues Meer und schiefe Palmen wie von einer Postkarte. Leider hatte der Wettergott wohl gerade Urlaub, denn das Wetter war alles andere als schön. Es war kalt, wir saßen mit Jacken und teilweise frierend am Strand. Während alle anderen Touristen trotzdem tapfer im Bikini am Strand und vor der schiefen Palme posten, um ein gutes Bild zu bekommen, dachte ich mir, ich zeige euch lieber mal die Realität und habe daher ein Strandbild mit grauem Himmel und dick angezogen geschossen. Immerhin kann das auch nicht jeder von sich behaupten 🙂

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Playa Paraiso und die schiefe Palme

Als wir dann gehen mussten, weil unser Bus Richtung Valladolid abfuhr und wir unsere Sachen am Strand zusammenpackten kam, ach was für eine Überraschung, die Sonne heraus.

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Playa Paraiso : Bei Sonnenschein wirklich paradisisch

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Karibiktraumstrand Playa Paraiso Tulum

Insgesamt hat mir am Schluss Tulum doch noch sehr gut gefallen. Nächstes mal würde ich mehr Geld in eine Unterkunft in Strandnähe investieren, da dort das Urlaubsfeeling einfach viel mehr zu spüren war. Und bei Sonnenschein ist es sicherlich nochmal viel schöner 🙂

Eure Nele

 

4 Comments »

  1. Hallo Nele, schöner und vor allem ehrlicher Bericht über Tulum! Wir waren auch vor etwa 1 Woche dort und deine Schilderung zu dem Hostel, klingt genau nach dem Hostel in dem wir auch waren 😅 Tulum hat uns leider nicht umgehauen & den Hype können wir nicht nachvollziehen. Umso schöner ist es deinen ehrlichen Beitrag zu lesen – Danke dafür und ganz liebe Grüße aus San Cristobal!

    • Hallo meine Liebe, es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt und deine Empfindungen zu Tulum kann ich nachvollziehen 🙂 San Cristobal ist da einiges authentischer und echt toll, habe ich zumindest so empfunden. Ich hoffe ihr genießt die Zeit und es ist nicht mehr so kalt dort, wie es bei uns war 🙂 Liebe Grüße und schöne Reise. NELE

  2. Hallo liebe Nele,
    vielen Dank für diesen ehrlichen und informativen Bericht über Tulum! Mein Freund und ich reisen im März auch ua nach Tulum und wir werden einen Mietwagen haben. Kannst du mir vielleicht sagen, ob es in Strandnähe auch Parkplätze gibt? Wir haben eine schöne Unterkunft für Tulum, allerdings etwas ab vom Schuss 😅 Und was mich auch interessieren würde, wie viel der Eintritt bei den meisten Cenoten in etwa kostet?
    Liebe Grüße Karo

    • Hallo liebe Karo, sehr gerne. Freut mich, wenn er dir gefällt 🙂 Das mit den Parkplätzen kann ich dir leider nicht beantworten, da wir kein Auto hatten. Die Cenoten sind von den Preisen her total unterschiedlich. Wenn du die nimmst, die nicht gerade in den Touristenhochburgen sind, z.b die in Valladolid kostet sie gerade einmal 1 Euro umgerechnet. Die in Tulum war mit 7 Euro schon recht teuer aber es gibt noch teurere. Ich wünsche euch einen ganz tollen Urlaub. Mexiko ist toll 🙂 Liebe Grüße Nele

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