Traumhafte und abenteuerliche Tage auf der Vulkaninsel Ometepe

 

Ometepe ist eine Insel in dem vor Granada liegenden Nicaraguasee. Auf dieser Insel gibt es zwei Vulkane, der noch aktive Concéption und der nicht mehr aktive Maderas. Diese beiden Vulkane prägen das Bild der Insel schon von Weitem, ich war schon am Hafen auf der anderen Seite hin und weg von dem Anblick.

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Auf der Insel angekommen, wurde der erste Eindruck bestätigt. Alles wirkte so natürlich und ungezwungen, die Natur gefiel mir auf Anhieb.

Für die ersten 3 Nächte haben wir eine Unterkunft auf der Seite der Insel gebucht, auf der der Vulkan Maderas steht. Diese Seite scheint vom Tourismus noch weitestgehend verschont zu sein und man hat den Eindruck, das reale Ometepe kennenzulernen. Die Unterkünfte sind okay aber eben so wie sie sind, ohne viel Schnickschnack, man könnte oft mehr daraus machen, was man vielleicht aber auch gar nicht will, schließlich steht Ometepe für ökologisches, naturverbundenes Leben.

Die Straßen sind gerade auf diesem Teil der Insel leider auch noch so gut wie gar nicht ausgebaut. Wir haben uns an einem Tag einen Scooter gemietet, um die Insel zu umrunden, die Straßenverhältnisse haben das aber verhindert. Man liest immer wieder Warnung, dass man als Tourist nicht alleine mit dem Scooter fahren soll, weil das Unfallrisiko zu groß ist. Jetzt wissen wir wieso. Meine Schwester und ich rechneten während der Fahrt beide damit, dass es einen Unfall geben würde, zu steinig und holperig war der Weg. Als wir einmal nach rechts abbogen, um an das Seeufer zu fahren, fuhr sich der Roller im Schlamm fest und wir kippten. Etwas Schlimmes ist aber glücklicherweise nicht passiert.

Das Ufer, zu dem wir abgebogen sind, war klasse. Was uns da geboten wurde, war irgendwie surreal. Da wuschen Frauen ihre Kleider im Wasser des Sees, Männer brachten ihre Kühe dorthin, damit diese Trinken konnten und wilde Hunde rannten herum und verteidigten kläffend ihr Revier, einfach eine ganz andere Welt aber so schön und so ungekünstelt.

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Wir sind dann noch etwas weiter gefahren zur Unterkunft einer Bekannten und haben dort erstmal Pause gemacht. Die Unterkunft werde ich euch später noch empfehlen, eine wunderschöne Lage direkt am See. Anschliessend beschlossen wir umzukehren, zu gefährlich waren uns die Straßenverhältnisse. Uns sind ab und zu Leute mit einem Quad entgegen gekommen, ich denke das ist die sicherste und einfachste Variante, diese Seite der Insel zu umrunden.

Was die Fahrt zusätzlich erschwert hat, war der ständige Regen. Jeden Tag hat es mindestens zweimal, oft monsunartig geregnet. Sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit und etwas schade für uns.

 

 

 

Wanderung

Ein Hauptgrund für Viele, um auf die Insel Ometepe zu kommen, ist die Beisteigung der dortigen Vulkane. Der Vulkan Maderas ist 1394 mir hoch und nicht mehr aktiv. In seinem Krater hat sich ein Kratersee gebildet. Der Aufstieg sollte nur von Menschen mit guter Kondition und Spaß am wandern bestritten werden. Gerade wenn es viel regnet, hat man teilweise das Gefühl, man wandert einen Wasserfall hoch, wurde mir von anderen Reisenden gesagt. Der Aufstieg ist sehr glitschig und nass. Auf der Spitze des Vulkans befinden sich meist sehr viele Wolken, sodass man im Normalfall keine Weitsicht oder tolle Aussicht hat. Wer Spaß am wandern hat: Perfekt. Wer nicht, verpasst nichts, wenn er die Wanderung auslässt. Ich habe es gelassen. Ich wandere gerne, wenn ich am Ende mit einer tollen Aussicht belohnt werde aber nicht so. In einer Gruppe zahlt man pro Person 10 Dollar für den Guide, der einen bei der Wanderung begleitet.

Beim Vulkan Concéption soll es ähnlich sein. Dieser Vulkan ist allerdings noch aktiv, der letzte Ausbruch war im Jahr 2010. Der Conception ist ca. 1600 mtr hoch, die Wanderung dauert 10-12 Stunden und Soll sehr steil und kräftezerrend sein.

Da für mich die beiden Wanderungen aufgrund der fehlenden Aussicht nicht in Frage kamen, habe ich zusammen mit meiner Bekannten eine kleine vierstündige Wanderung zusammen mit einem Guide am Fuße des Vulkans Maderas unternommen. Wir sind durch den Dschungel dort gewandert, teilweise eher geschlittert und haben uns verschiedene Pflanzen und Tiere angeschaut. Auf Ometepe gibt es Brüllaffen. Sie hören sich an wie Gorillas, sind aber nur mittelgroße Affen, die sich durch das Brüllen unterhalten, da sie niemals den Baum einer anderen Affenfamilie betreten. Durch das Brüllen kommunizieren die Affenfamilien miteinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser Felsbrocken stammt anscheinend aus dem letzten Ausbruch des Maderas

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Transporte auf der Insel und generell in Nicaragua sind so unglaublich teuer. Für die zwanzigminütige Fahrt nach Merida und zurück sollte ich 40 Dollar zahlen. Unglaublich. Die Alternative war die Fahrt mit einem Motortaxi, die immer noch stolze 25 Dollar kostete. Wohl war mir bei dem Gedanken so gar nicht aber ich ließ mich darauf ein. Der Fahrer war ein junger Kerl und fuhr dementsprechend zügig über die holprigen Straßen. Ich hatte schon das Gefühl, dass er wusste, was er tat und Rücksicht nahm, er fragte auch immer wieder, ob es mir gut ginge. Trotzdem schlitterten wir ab und zu. Ich glaube ich habe noch nie so viel gebetet, wie in diesen 20 Minuten Fahrt😂 Spaß gemacht hat es irgendwie trozdem, wenn der Fahrtwind so an dir vorbeiprescht, fühlst du dich einfach unendlich frei.

Unterkünfte

Finca Magdalena

Ometepe ist bekannt für seine Ökokultur, die ersten Nächte haben wir daher in einer Finca namens „Finca Magdalena“ verbracht. Der Kaffee, das Gemüse etc. wird hier alles selbst angebaut. Die Lage der Finca ist einerseits toll, mitten in der Natur und wenn man Glück hat, kann man seltene Vögel beobachten. Der Nachteil ist gleichzeitig aber auch wieder die Abgeschiedenheit. Man muss mit dem gesamten Gepäck 1 km Schotterweg hochwandern, bis man in der Unterkunft ist, dafür befindet man sich dann aber schon am Fuße des Vulkans Maderas und kann von hier aus zum Beispiel seine Wanderung starten. Die Unterkunft war okay aber irgendwie habe ich mich hier die ganze Zeit über nicht richtig wohl gefühlt und kann sie daher nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Hacienda Merida

Eine Bekannte von uns hat in diesem Hostel geschlafen und ich war zweimal dort, um sie zu besuchen. Die Lage ist wunderschön, direkt am See gelegen mit Blick auf den Vulkan. Das Personal dort erschien mir sehr freundlich. Ich denke das ist ein toller Ort, um für ein paar Tage unterzukommen.

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Nach drei Nächten auf dieser Seite der Insel sind wir dann auf die Seite mit dem Vulkan Concéption gewechselt. Irgendwie war die Insel viel größer als wir anfangs gedacht hätten. Um von A nach B zu kommen, muss man schon einiges an Zeit einrechnen.

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Zeichnung des Dorfes Moyogalpa bei einem Vulkanausbruch

Unsere neue Unterkunft „The Landing Hotel“ hat mir von Anfang an super gefallen vor allem die großen und super bequemen Hängematten. Das Hostel befindet sich direkt am Hafen von Moyogalpa und ist daher natürlich nicht  mit unserer vorherigen Unterkunft in der Natur vergleichbar. Aber es war auch echt schön wieder in der Zivilisation zu sein und wieder Auswahl an Lokalen, Geschäften und so weiter zu haben.

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Weihnachten auf Ometepe & Ojo de Agua

Das erste mal in meinem Leben verbrachte  dieses Jahr Weihnachten weit weg vom Zuhause im Warmen. Naja zumindest hatte ich mir das mit dem warm so vorgestellt. Ganz alleine war ich ja glücklicherweise auch nicht, weil ich mit meiner Schwester gereist bin. Die ganze Nacht vom 23.12 auf den 24.12 hatte es schon geregnet. Als wir morgens aufgestanden sind, um unseren Scooter für den Tag zu holen, sah das Wetter nicht besser aus.  Die Straßen von Moyogalpa Richtung Balgue sind glücklicherweise komplett geteert und es ist daher viel angenehmer und sicherer hier zu fahren als auf dem anderen Teil der Insel. Da ich nur Beifahrer war, konnte ich die Zeit nutzen, um während der Fahrt ein paar Fotos zu machen. So gut sind die Bilder bei dem schlechten Wetter leider nicht geworden. Trotzdem, die Fahrt war ein einziges Abenteuer. Man fährt über die Landebahn eines kleinen Flughafens, wenn ein Flugzeug kommt, müssen die Autos eben an der Schranke warten. Total lustig und erinnert mich an Gibraltar, leider haben wir aber kein ankommendes Flugzeug gesehen. Auf der Straße fahren Busse, Autos, Scooter und Quads, es laufen Kühe darüber und Pferde stehen am Rande des Weges oder gehen ein Stück auf der Straße, Schweine suhlen sich am Wegrand im Dreck und Hühner laufen ebenfalls herum, von streunenden Hunden mal abgesehen. Alle auf einer Straße, alle miteinander. Dieser Anblick hat mich total fasziniert und beeindruckt.

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Flughafen Ometepe

 

 

Ojo de Agua

Ojo de Agua ist eine Art Swimmingpool mitten in der Natur umgeben von schattenspendenden Bäumen und eine Oase für Ruhesuchende. Der Eintritt kostet 2 Dollar pro Person. Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein Restaurant und Umkleidekabinen. Die ganze Anlage ist wirklich  eine Wohlfühloase, wenn  man allerdings Pech hat und zu viele Menschen hier sind , kann es schon auch schnell zu laut und voll werden. Mir hat es hier trotzdem super gut gefallen. Leider hielt das Wetter aber nicht lange, bevor es wieder in Strömen geregnet hat. Wir sind dann zurück gefahren zu unserem Hotel, wurden aber auf der Fahrt klatschnass, weil es wieder monsunartig geregnet und gestürmt hat. An einer Stelle des Weges lag ein massiver Baum mitten auf der Straße, den es einfach aus der Erde gerissen hatte, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Wieder einmal wurde die Fahrt mit dem Scooter hier zum Abenteuer und wir waren froh als wir heil in Moyogalpa ankamen.

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Als wir abends auf dem Weg waren zu unserem Weihnachtsessen, kam uns auf der Straße die Weihnachtsprozession entgegen. Mit lauter Musik wird hier durch die Straßen gewandert und die Geschichte der Geburt Jesu nacherzählt. Eigentlich wollten wir in die Kirche gehen aber keiner könnte uns sagen, wann diese genau ist.. „Um 7 oder 8 oder 9 aber die Kirche ist ja den ganzen Tag offen,“ war die Aussage. Okay alles klar😂 Wir verpassten sie daher leider. Den Abend ließen wir dann gemütlich auf unserer Dachterasse ausklingen.

 

Insgesamt war Weihnachten ganz anders als erwartet und leider auch nicht so warm, trotzdem haben wir das Beste daraus gemacht und hatten einen schönen, entspannten Tag.

Ometepe hat uns super gut gefallen und sollte bei einer Reise durch Nicaragua auf jeden Fall auf eurer Liste stehen☺

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Als Nächstes stehen weitere Abenteuer und Entspannung an Traumstränden an. Berichte folgen😊

 

Eure Nele

 

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jens Gebhardt sagt:

    Einfach großartig….

    1. neleworld sagt:

      Danke Jens😁

  2. Cool, Weihnachten mal anders. Wüsch dir für 2018 viele spannende Erlebnisse auf deinen Reisen. Freu mich auf die nächsten Berichte. Liebe Grüße Ami – Sozia on Tour

    1. neleworld sagt:

      Liebe Ami, danke für deinen lieben Kommentar😊 Ich wünsche dir einen super Rutsch und einen traumhaften Start in das Jahr 2018😊

  3. Eine tolle Lanschaft, gefällt uns wirklich gut.

    Viele Grüße
    Michael & Sandra

    1. neleworld sagt:

      Das stimmt, freut mich, dass es euch gefällt 😊

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