Zwei Wochen leben in Bogota: Besuch bei meiner Schwester

„Bogota ist absolut keine schöne Stadt, es ist so kalt dort und echt nicht schön,“ haben Sie mir in Medellin gesagt. Okay ich gebe zu, wahrscheinlich wäre ich nach 2 Tagen wieder aus Bogota abgereist, wenn meine Schwester nicht hier studieren würde. Ich bin hier wegen ihr und nicht wegen der Stadt. Das meine Schwester für eine zeitlang hier lebt, ermöglicht mir eine ganz andere Sicht auf die Stadt. Bogota ist nicht klassisch schön, das gebe ich zu. Aber es gibt doch hier und im Umland einige Highlights zu entdecken, auf die ich gleich eingehen werde.

Meine Eindrücke von Bogota

Bogota wirkt auf mich chaotisch und unstrukturiert, vor allem was die Infrastruktur und das Straßensystem angeht. Die Busse sind meistens maßlos überfüllt und einmal hatten wir einen Bus, dessen Federung so schlecht war, dass wir bei jeder kleinen Straßenunebenheit auf unserem Sitz in die Luft gesprungen sind, eine Horrorfahrt. Die Wege sind in dieser großen Stadt sehr lang, man ist ewig unterwegs. Langweilig wird es trotzdem nicht. Rapper, Philosophen, Süßigkeitenverkäufer steigen immer wieder ein und aus und unterhalten den Bus, natürlich mit der Absicht etwas zu verkaufen oder Geld zu verdienen. Lieber so als dass man die Menschen bestiehlt.

Die Häuser in der Stadt sind teilweise sehr heruntergekommen, viel Müll liegt herum. Auf der Straße begegnet man immer wieder komischen Leuten, sicher fühle ich mich hier nicht. Daher habe ich so wenig Wertsachen wie möglich in meinem Rucksack und fühle mich nicht richtig frei. Das Zentrum ist architektonisch und mit dem Graffitis echt nett anzuschauen, gilt aber leider auch als ziemlich unsicher. Sobald wir mit dem Bus näher an die Stadt heran gefahren sind, sah man immer mehr obdachlose, verwarrloste Menschen auf dem Gehweg liegen. In Bogota ist es kalt, auch tagsüber. Dieser Anblick erschüttert mich und macht mir wieder einmal bewusst, wie gut ich es habe.

Die Partyszene in Kolumbien ist der Hammer das habe ich letztes Jahr in Cartagena und dieses Jahr in Medellin schon gemerkt.

 

Der beste Club in der Stadt : Theatron. 14 Floors, eine wahnsinnig tolle Stimmung und viele Menschen. Sicherheit wird hier groß geschrieben, die Taschen werden am Eingang genauestens kontrolliert. Der beste Club in dem ich bisher war. In Kolumbien konnte ich mir ein paar Salsa und Bachata Tanzschritte aneignen. Okay es sieht noch etwas wacklig aus aber es wird und ich liebe es einfach 😍

 

Auch wenn man gemütlich in einem Restaurant sitzt kann es sein, dass plötzlich die Kellner ihre Instrumente herausholen und anfangen Musik zu spielen. Der Grund kann ein Geburtstag sein oder wie in meinem Fall der erste Besuch im Restaurant Andres. Dieses Restaurant kann ich nur empfehlen das Essen ist super lecker und der Services ist der Hammer. Die Location ist toll gelegen und riesengroß. Wie man im Video sehen kann, war ich trotzdem etwas beschämt, ich mag es nicht so im Mittelpunkt zu stehen.

 

 

 

 

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Als Kontrastprogramm zu der ganzen Action haben wir an einem Abend ein klassisches Konzert einer Freundin besucht. Eigentlich nicht ganz meine Musik aber so zwischendurch mal ganz schön zum Entspannen 😊

 

In Bogota gibt es keine grünen Parks oder Ähnliches, in denen man joggen oder Radfahren kann, daher werden jeden Sonntag von morgens um 7 Uhr bis mittags 14 Uhr über 120 km Straße gesperrt. Hier fahren die Leute dann Inliner, Fahrrad oder gehen joggen . Witzige Idee. 😂

Cathedral de Sal = Zipaquira

Diese katholische Kathedrale befindet sich ca. 100 mtr unter der Erde in einem Bergwerkstollen in Zipaquira, ca. 2 Busstunden von Bogota entfernt.

Es ist schon ein ergreifender Moment, in dieser Höhle vor dem Kreuz zu stehen, die Wände um dich herum in einem einzigen Farbenmeer.

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Der Eintritt kostet 50 kolumbianische Pesos für Touristen, das sind ca. 14 Euro, was für südamerikanische Verhältnisse schon viel ist. Trotzdem: Ein Besuch lohnt sich, ein  besonderes Fleckchen Erde.

Die Streetart von Bogota

Bogota ist bekannt für seine Streetart, ja zählt wahrscheinlich schon fast zu den bekanntesten Städten mit Straßenmalereien in Südamerika. Auf den ersten Blick muss man die bunten Bildchen aber suchen. Bogota sieht auf Anhieb grau und langweilig aus mit großen, teilweise sehr heruntergekommenen Hochhäusern. Vor allem das historische Stadtzentrum La Candelaria ist voll von Grafittikünsten. Dieser Stadtteil ist echt toll, bunte Häuser, herausragende Graffitis aus aller Welt und ein tolles Flair.

Im Jahr 2012 änderte sich die Graffiti Szene in Medellin durch eine grausame Tat. Ein erst 16 jähriger Junge wurde beim Sprayen mit Freunden von der Polizei entdeckt und erschossen. Der Aufschrei in der Bevölkerung war groß, bis heute blieb dieser Mord ungestraft. Seit dieser Tag sind Graffitis in Bogota teilweise legalisiert worden.

Ich habe hier bei einer kostenlosen Graffiti Tour mitgemacht, um euch mehr über die Kunst hier erzählen zu können aber leider kam alles anders.

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Wir schlenderten durch die Straßen von La Candelaria, vorbei an schönen bunten Graffitis und einladenden kleinen Läden.

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Als wir nach ca. 1 Std in den Teil der Stadt wechseln wollten, in dem es vor allem politische Graffitis gibt wurde es für mich spannend. Ich wollte mehr über die Hintergründe erfahren. Leider gesellten sich aber auch noch zwei kolumbianische Jugendliche zu uns, die fortan unsere Tour begleiteten und uns auf Schritt und Tritt verfolgten. Wir merkten wie unser Tourguide nervös wurde und die Jugendlichen bat zu gehen, was sie aber nicht taten. Je länger die beiden uns folgten, umso angespannter wurden alle aus der Gruppe. Die jungen Männer beobachteten uns, einer von Ihnen war ganz offensichtlich auf Drogen, hatte ganz seltsame Augen. Letztlich löste unser Tourguide die Gruppe etwas früher auf als eigentlich geplant, um uns in einer etwas belebteren Gegend die Möglichkeit zu geben unterzutauchen, was wir auch taten. Keine Ahnung, ob wirklich Gefahr bestand aber allein die Reaktion des Guides spricht dafür. Auf jeden Fall habe ich deshalb leider keine Fotos dieses Teils der Graffiti Tour und keine Hintergrundinformationen, weil unsere Konzentration irgendwo anders lag. Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür.

Monserrate

Der Berg Monserrate ist ein bekannter Berg in Bogota, vom dem aus man bei gutem Wetter (was es in Bogota leider nicht so oft gibt) einen tollen Blick über die Stadt hat. Auf dem Berg kann man entweder wandern oder mit der Seilbahn fahren. Die Seilbahn hin und zurück kostet 19 000 Pesos ca. 5,30 Euro. Wandern würde ich nur gut trainierten Menschen empfehlen, Bogota liegt sehr hoch, der Berg logischerweise noch höher, da kann die Luft schon einmal knapp werden.

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Auf dem Berg befindet sich eine Kirche, ein Souvenirmarkt, ein Café und kleine Essensstände. Außerdem findet man dort in Form von kleinen Skulpturen den Leidensweg Christus dargestellt. Generell ist die ganze Anlage sehr schön angelegt.

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Nach zwei Wochen Erholung bei meiner Schwester und etwas Alltag freue ich mich, dass am Samstag das Reiseleben weitergeht und wir nach Nicaragua fliegen. Die Stadt Bogota hat mich nicht überzeugt, die Menschen umso mehr. Was richtig schön war: Wir haben einen Kolumbianer wieder getroffen, den wir letztes Jahr in Cartagena kennengelernt hatten. Schön, wenn Kontakte so lange bestehen bleiben😊

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Wir haben tolle Partys gefeiert, WG Abende veranstaltet und irgendwie hat es sich so angefühlt als würde ich hier leben. Heimat ist eben, wo die richtigen Menschen um dich herum sind und dass kann an vielen Orten der Welt sein 😊

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Eure Nele 😙

 

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