Rio de Janeiro: Der Besuch einer faszinierenden Stadt mit einer Portion Respekt im Gepäck

Während ich diese Zeilen schreibe und wie selbstverständlich darüber berichte, dass ich vor ein paar Tagen in Rio de Janeiro stand, wird mir gleichzeitig bewusst wie unwirklich das teilweise alle für mich ist, was ich erlebe. Ich meine Rio de Janeiro- Hallo? Das ist schon irgendwie Wahnsinn. Wenn man an Rio denkt, fallen einem zuerst die Cristo Statue und die Copacabana ein. Und das alles ist gemischt mit dem unguten Gefühl, dass Rio gefährlich ist und man sich nur sehr vorsichtig dort bewegen kann. Es gibt sogar eine App namens Fogo cruzado in der man schauen kann, wo gerade in Rio jemand erschossen wurde und leider erscheinen dort fast täglich neue Meldungen. Die berühmten Strände Ipanema und Copacabana sind da oft mit dabei. Ich habe mich tagsüber in Rio sicher gefühlt, habe mich aber immer nur in Gegenden bewegt, in denen viele Menschen waren und habe so wenig Wertsachen wie möglich bei mir getragen. Nachts, sobald es dunkel wurde, war ich im Hostel und alle anderen auch. Ich hätte so gerne das brasilianische Nachtleben von Rio kennengelernt aber irgendwie war der Respekt zu groß.

Berg Corcovado mit der Cristo Statue

Das typische Bild. Rio und die Cristo Statue, die von oben die Arme ausbreitet und schützend über die Stadt hält. Auch wenn das ein extrem touristischer Ort ist und ein magisches Gefühl dadurch irgendwie ausbleibt, ist es doch ein „MUST SEE“ von Rio, es gehört einfach dazu. Es fahren Busse fast bis zur Statue hoch, die letzten Meter gibt es sogar eine Rolltreppe, sodass jeder die Möglichkeit hat, diesen Berg zu besteigen.

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Die Aussicht von da oben auf die vielen kleinen Inseln im Meer war mein absolutes Highlight. Hier hätte ich ewig verweilen können, zu schön um wahr zu sein.

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Zuckerhut

Wieso eigentlich Zuckerhut? Das hab ich mich oft gefragt. Bei Einheimischen heißt der Berg Pao de Acucar, was so viel wie Zuckerbrot heißt. Zumindest erinnert die Form des Berges ziemlich an einen Zuckerhut. Man fährt mit einem Gondel hoch und hat bei der eine tolle Übersicht auf den Hafen und das Meer. Und auch von oben gibt es tolle Aussichtspunkte. Aber auch hier ist natürlich alles wieder sehr touristisch und überfüllt. Ich hab mich dann noch an der Wand verewigt, ja ich kann es selbst kaum glauben aber ich war hier 😊

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Stadtteil Lapa

In Lapa tobt das Nachtleben, es ist das Szeneviertel von Rio. Wusstet ihr, dass es in der Stadt auch ganz schön viele Ladyboys gibt? Mein Tourguide hat zu unsere Gruppe gesagt: ‚Männer, wenn ihr betrunken eine Frau mit nach Hause nehmt, passt auf dass da zwischen den Beinen keine Überraschung auf euch wartet.‘
Tagsüber ist Lapa vor allem bekannt für die bunte Treppe die mit dem Stadtteil Santa Teresa verbindet. Die besteht aus vielen kleinen Mosaiksteinen mit Symbolen und Figuren aus der ganzen Welt. Anlass diese Treppe zu errichten war Fußball Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Der Künstler, der die Treppe zu dem machte, was sie heute ist, wurde 2013 tot und verbrannt am  Ende der Stufen gefunden. Bis heute ist nicht geklärt, ob es Mord oder Selbstmord war. Die offizielle Version spricht von Selbstmord, es gibt aber viele Zweifler, da es wohl Morddrohungen gegen den Künstler gab.

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Ipanema

Ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich nicht wirklich viel vom Strand von Ipanema gesehen habe, obwohl mein Hostel sogar im Stadtteil Ipanema war. Einmal bin ich aber am Strand dort entlang gegangen jedoch ohne Wertsachen, daher kann ich euch leider keine Fotos präsentieren. Der Strand ist für einen Stadtstrand auf jeden Fall sehr schön und sieht schon toll aus mit der gesamten Umgebung. Umgehauen hat es mich aber nicht.

Copacabana

Klar, wer Rio besucht MUSS an den berühmten Strand der Copacabana. Es soll der schönste Stadtstrand der Welt sein. Ich habe noch nicht so viele gesehen aber kann das soweit bestätigen, es ist schon echt beeindruckend und ein ganz besonderes Gefühl an diesem Strand zu laufen. Ich diesem Moment habe ich mein Herz für Rio geöffnet aber leider wurde dieser kleine Funke schnell wieder zerstört.

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Wir mussten am Strand mit ansehen, wie ein Tourist am hellen Tag bestohlen wurde. Es wurde geschrieen und versucht den Dieb aufzuhaltenm ohne Erfolg. Immerhin wurde niemand verletzt. Die Polizeipräsents hier am Strand ist gleich null. Irgendwie wurde mir dort am Strand bewusst, wie groß die Unterschiede hier sind. Arme Menschen, die Flaschen einsammeln und versuchen am Strand ihre Ware zu verkaufen und die reichen, die sich hier räkeln. Den Zuckerhut im Blick und unweit davon eine Favella. Bis zum Schluss habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine Favella Tour mitzumachen. Letztlich habe ich mich dagegen entschieden. Momentan wird von seriösen Touranbietern von Favella Touren abgeraten. Vor kurzem ist in Rochina eine Touristin bei einer Tour erschossen worden, weil eine Straßensperrung vom Tourguide missachtet wurde. Viele weitere Touristen starben, weil sie sich aus Versehen in Favellas verirrt haben, was in Rio nicht schwer ist. Ich wollte das Risiko nicht eingehen und trotz der Neugier die armen Menschen nicht wie im Zoo begaffen.

Rio besucht zu haben ist schon etwas besonderes – ganz klar. Verliebt in die Stadt habe ich mich aber leider nicht, irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen.

Eure Nele

 

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