Reisen in Zeiten des Terrors

Der Terror begleitet uns unausweichlich bei unseren Reisen. Man reist nicht mehr so unbedacht wie früher, sondern ist sich der theoretischen Gefahr auf Reisen immer bewusst.

Ob ihr mir das glaubt oder nicht. Den Artikel, den ihr gleich lesen werdet, habe ich heute vor ca. drei Std geschrieben. Ich bin alleine durch die Fußgängerzone in Florenz gelaufen und auf einmal war das Thema Terror in meinem Kopf präsent. Jetzt muss ich von einer Freundin erfahren, die vor zwei Tagen noch in Barcelona war, dass es dort einen Anschlag gab.  Mein tiefes Mitgefühl den Opfern und Angehörigen 💛

Jeder kennt die Las Ramblas, ich war vor einem Jahr selbst dort und jetzt müssen unschuldige Menschen dort sterben. In einer Woche werde ich selbst mindestens 3 Wochen in spanischen Großstädten verbringen. Trotzdem bleibt meine Einstellung: Man darf sich von der Angst nicht lähmen lassen.

Hier der Text, den ich heute morgen geschrieben habe, um ihn irgendwann zu veröffentlichen. Das es so schnell dazu kommt, erschüttert mich.

Reisen trotz Terror- Das Leben genießen mit einem gesunden Maß an Vorsicht

Auch wenn wir es ungerne zugeben, wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass überall zu jeder Zeit etwas passieren kann. Bilder von Terroranschlägen kommen nicht mehr nur aus Kriegsgebieten, wie befinden uns mittendrin. Immer öfter sind Orte betroffen, an denen wir selbst schon waren und mit denen wir Erinnerungen verbinden.

Beeinflusst diese Entwicklung meine Reise? Kaum. Ehrlich gesagt habe ich mir bis vor wenigen Tagen gar keine Gedanken darum gemacht, bzw. wenn, dann eher unterbewusst, dass ich während der Reise gewisse Gefahrengebiete natürlich meide. Aber als ich heute  durch Florenz gelaufen bin, vorbei an beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und Massen von Menschen stand ich auf einmal neben einem Mann von Militär mit Maschinengewehr. Mir wurde bewusst: Die Gefahr ist da, aber es wird alles versucht, um uns zu schützen an solchen öffentlichen Plätzen und Massenveranstaltungen. Kurz hat mich diese Erkenntnis traurig gestimmt, dass wir auch in Europas Metropolen nicht mehr sicher sind. Das war früher anders. Bist du früher in Europa gereist, hat man dir einen schönen Urlaub gewünscht, heute schwingt ein ängstliches: „Komm wieder gut nach Hause“ mit.

Aber dann wurde mir bewusst, dass es genau diese Gedanken sind, die falsch sind. Wir sollten nicht zu oft darüber nachdenken, dass wir nicht mehr sicher sind, sondern diese Situation dafür nutzen, um uns bewusst zu werden, dass alles was wir sehen und erleben ein Geschenk ist. Bewusster Leben statt der Angst die Oberhand zu geben. Jede Sekunde genießen, statt sich den Kopf zu zerbrechen. Ich hoffe keiner von uns wird eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Aber wenn, dann haben wir die Zeit bis dahin ohne Angst gelebt und jede Sekunde genossen.

Eure Nele

 

 

Categories: 3. Liebe das Leben

8 Comments »

  1. Es ist sehr schade, wie Terroranschläge sich zu häufen scheinen und welche neuen, primitiven Techniken doch genutzt werden (mit einem LKW in eine Menschenmenge fahren…). Dennoch finde ich sagst du es genau richtig: „Man darf sich von der Angst nicht lähmen lassen.“ Wir dürfen die Angst nicht hochkommen lassen, wir dürfen den Terrorzellen nicht den Anschein vermitteln, dass wir nus vor ihnen ängstigen. Ich finde es sehr schade zu sehen, wie Religion und Idealismus unsere Welt in so eine Bredouille führen, wo Religion doch eigentlich für Halt, Ordnung und Zuversicht im Leben stehen soll.

    Hier finde ich es auch noch wichtig zu erwähnen, dass ich das keinesfalls den Moslems in die Schuhe schiebe. Auch im Katholizismus hat und gibt es noch sehr ideologische Kleinstgruppen, die nicht immer friedlich zugehen (z.B. in Teilen Afrikas). Auch den Flüchtlingen kann man das nicht in die Schuhe schieben. Wie sich oftmals herausstellt, lebten die Täter schön länger in Deutschland als die Flüchtlingskrise alt ist. Es handelt sich schlichtweg um Einzelpersonen. Dennoch lieber Staat, kümmere dich um solche Menschen, die diese armen Seelen radikalisieren. Oftmals sind diese höheren Personen nämlich so schlau, dass sie in der Öffentlickeit keine falschen Worte in den Mund nehmen, so dass man ihnen nichts anhängen kann.

    Und dann ist da noch der Punkt mit den Medien, den Sozia schon angesprochen hat. Heutzutage stürzt sich jeder popelige TV-Sender auf die schlimmsten Nachrichten wie ein Huhn im Hühnerstall. Schrill und laut gackern sie um die Wette. Tausende Male werden die selben Videos und Szenen gezeigt, weiter gesprochen, obwohl es zu dem Zeitpunkt eigentlich gar nichts Neues mehr zu erzählen gibt. Spekuliert bevor es überhaupt Aussagen der Polizei gibt. Und immer kommt ein Migrationshintergrund in Frage. Ist das denn wirklich so wichtig? Es hat doch schon immer Völkerwanderungen gegeben. Wir sind ein buntes, gemischtes Deutschland/Europa. Das ist doch was Gutes und sollte nicht ins schlechte Licht gerückt werden.

    Und dann vergessen wir eben mal kurz, dass das „alles was wir sehen und erleben ein Geschenk ist.“ Und dabei ist die Chance, bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, doch wirklich so gering. Genießen wir unser Leben wieder, werden wir etwas ignorant/naiv und machen das beste aus jedem Tag. Lachen, tanzen, sich mit anderen Menschen austauschen, dazulernen, wachsen. Tag für Tag. Bis an unser glücklich Leben Ende. Amen* 😀

    [*Ich bin eigentlich der unreligiöseste Mensch.]

    • Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht liebe Korinna. Danke für deinen ausführlichen Kommentar und deine Sicht der Dinge.
      Das mit den Medien ist wirklich so ein Problem. Die Täter erscheinen in Dauerschleife im TV und erlangen zweifelhafte Berühmtheit, das sollte nicht sein. Ich möchte deinem Schlusswort gar nichts mehr dazu fügen, es ist perfekt😊

  2. Leider passiert viel schreckliches auf dieser Welt. Ich glaube, das war auch schon früher so, war ich doch selber in den 80er Jahren unmittelbar von einem Bombenanschlag betroffen. Ich denke, der Unterschied ist, dass uns die Nachricht über die schrecklichen Ereignisse schneller erreichen. Und die Waffe ist eine andere, wenn sich Menschen dafür verkaufen, selber mit Sprengstoff beladen und ihr eigenes Leben riskieren und opfern. Ich habe aus meiner eigenen Geschichte gelernt, alles zu genießen, was das Leben anbieten und damit hast du recht liebe Nele, das ist der richtige Weg.

  3. Hi Nele, toll geschrieben, genau meine Meinung. Es ist erschütternd zu sehen was da in Barcelona geschehen ist, an dem Ort an dem ich vor ein paar Tagen entlang spaziert bin, gegessen und getrunken habe. Diese Bilder sind noch so frisch und präsent. Kaum zu glauben das dort heute Menschen gestorben sind und verletzt wurden. Schon merkwürdig das man manchmal Gedanken im Kopf hat die plötzlich real werden. Sei vorsichtig aber genieße Deine Reise so viel Du kannst. Grüße aus der Heimat. Jens

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