Die erste Herausforderung einer Langzeitreise: Packen !

Mir war von Anfang an klar: Der 60+10 Rucksack und ich würden keine Freunde werden. Wie sollte ich meine Klamotten, mein Hab und Gut für mehrere Monate in diesen kleinen Rucksack bekommen?

Reisen heißt Verzicht. Das war und ist mir klar und damit habe ich auch kein Problem. Dachte ich zumindest. Aber als ich dann vor 2 Tagen damit begonnen habe, meine Sachen in den Rucksack zu packen, wurde ich eines besseren gelehrt. Glaubt mir, für eine Frau habe ich wirklich wenig dabei. Keinen einzigen Rock, nur wenige Tops und Kleider, geschweige denn Accessoires. Als ich die wenigen Teile gestapelt auf dem Boden sah, war ich siegessicher. Diese würden locker in den Rucksack passen. Es erfüllte mich mit Stolz mein Gepäck so reduzieren zu können. Mit guter Laune startete ich das Packen meines Rucksackes und … landete schnell auf dem Boden der Tatsachen. Es war immer noch viel zu viel was ich dabei hatte, den Rucksack bekam ich nicht zu.

Frust machte sich breit. Alles was sich nun in meinem Rucksack befand wollte ich mitnehmen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich den Inhalt noch weiter reduzieren konnte.

Also wurde der Rucksack wieder komplett ausgeräumt und nochmal eingeräumt. Vielleicht hatte ich einfach nur eine falsche Taktik für das Packen? Aber ich konnte es drehen und wenden wie ich wollte: Das Gepäck musste noch weiter reduziert werden.

Alleine konnte ich mich von nichts mehr trennen, also musste Hilfe her. Ich sah wie gesagt keine Möglichkeit, noch auf etwas zu verzichten. Meine Hilfe sah das allerdings ein bisschen anders. Es mussten einige Dinge daran glauben. Selbst die Kleidung wurde noch weiter reduziert. Und die Schminke. Ich weiß, Backpacker und so … Für was braucht man da Schminke? Aber ich brauche es. Zumindest ein bisschen. Übertrieben hatte ich es meiner Meinung nach nicht. Aber auch das sah meine Hilfe etwas anders. Und so darf jetzt nur 1 Kajal mit, nur 2 Lippenstifte statt 5, kein Rouge, nur 1 Lidschatten statt 2. Ich würde mich selbst nicht als Tussi bezeichnen, aber man will doch schließlich auch etwas Auswahl haben und nicht ein ganzes Jahr jeden Tag gleich aussehen müssen.

Wie auch immer es ist geschafft! Der Rucksack ist immer noch viel zu voll aber er geht zu und überschreitet nur minimal das Gewicht, dass ich mit meiner körperlichen Voraussetzung maximal tragen sollte. Keine Ahnung, ob ich dann vor Ort alles wieder finde, weil in jeden kleinen Winkel dieses Rucksackes irgendwelche Dinge verstaut worden sind und ich hoffe auch, dass ich das selbst so wieder hinbekomme, wenn ich dann im Ausland weiterziehe.

Tipps

Was ich bisher schon über das Packen gelernt habe und euch schon als Tipps mitgeben kann:

  • Kleidung rollen. Das spart Platz und man kann damit viel mehr Potenzial aus dem Rucksack heraus holen.
  • Ein prall gefüllter Kulturbeutel nimmt sehr viel Platz im Rucksack weg. Mein Tipp: Füllt diesen nicht zu voll und besorgt euch lieber nochmal 1-2 kleine Taschen, die ihr mit weiteren Dingen füllen könnt. Diese lassen sich dann einfacher in kleinen noch nicht genutzten Teilen des Rucksackes verstauen.
  • Das gilt auch für andere Dinge: Je mehr man in eine Tüte, Tasche etc. packt, umso dicker wird das Paket und umso schwieriger wird es, dieses noch irgendwo in eine Ecke zu verstauen.
  • Überlegt euch genau, bei welchen Gegenständen ihr die Verpackung mitnehmen müsst. Jede Verpackung, die ihr Zuhause lassen könnt, spart Platz. Vielleicht kann man so den ein oder anderen Gegenstand noch irgendwo dazupacken, statt ihn aufgrund der Verpackung extra verstauen zu müssen.
  • Reist mit einem Handgepäck, in dem ihr auch noch viele vor allem sperrige Gegenstände verstauen könnt. Das spart Platz im Rucksack.
  • Man kann nicht für jede Eventualität auf Reisen gewappnet sein. Plant und packt wie ihr es für einen Urlaub von 1-3 Wochen tun würdet. Das gilt für Kleidung ebenso wie für Medikamente, Shampoos etc. Man ist nicht aus der Welt, man kann sich fast überall etwas kaufen, sollte etwas wichtiges im Gepäck fehlen. Wenn man in ärmere Länder reist sieht das natürlich etwas anders aus.

Packliste

Was ihr unbedingt dabei haben solltet:

  • Eine Kreditkarte, am Besten eine, mit der man kostenlos im Ausland Geld abheben kann (Ich empfehle hier eine VISA Karte von ComDirekt)
  • Einen gültigen Reisepass
  • Eine Kamera um alles bildlich festzuhalten
  • Ein kleines Notizbuch und Kulli für wichtige Notizen zwischendurch
  • Kleine Reiseapotheke (etwas gegen Erkältung, Etwas gegen Magenbeschwerden, Reisekaugummi)
  • Regenjacke
  • Trekkingschuhe
  • Ladegeräte für eure elektronischen Geräte
  • Kopfhörer (Kosten im Flugzeug zu viel Geld)
  • Genügend Speicherkarten und USB Sticks zur Sicherung deiner Daten
  • Wichtige Telefonnummern von Zuhause und von den gebuchten Unterkünften
  • Adapter für Steckdosen im Ausland

Die restlichen Dinge, wie Zahnbürste, Klamotten, Shampoo etc. sind selbstredend, lassen sich aber notfalls auch meist vor Ort einfach nachkaufen.

Fazit

Reisen mit leichtem Gepäck. Ich habe meine Wohnung aufgegeben und meine Möbel verkauft, eben weil ich frei sein will von Verpflichtungen und Dingen, die mich einschränken. Ich möchte mich treiben lassen. Vielleicht muss ich das auch auf das Gepäck übertragen. Es gibt Wichtigeres als für jeden Anlass das perfekte Outfitt dabei zu haben, es gibt Schlimmeres, als einen Lidschatten mehrmals hintereinander zu benutzen und man kann nicht für jede Eventualität für jedes „Was wäre wenn…“ etwas dabei haben. Wichtig ist, dass man sich auf sich selbst besinnt und das, was um sich herum geschieht. Nicht zu viel Ablenkung sondern einfach genießen und frei sein. Mit leichtem Gepäck reisen heißt sich frei machen von innen aber wohl auch frei machen von materiellen Dingen.

Bis bald 🙂

Nele

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Und du gehst ganz allein los? Das allein finde ich schon sehr mutig weil es ja doch was anderes ist ob man allein oder mit ein, zwei Freunden unterwegs ist.
    Fährst du dann per Anhalter oder planst Du den ersten Stop mit Bus/Bahn?
    Liebe Grüße Regina

    1. neleworld sagt:

      Ja ich gehe alleine los. Ab und zu bin ich aber schon mit Leuten verabredet ☺☺ Es ist komisch, gerade am Anfang. Man muss sich da echt selbst motivieren. Bin gespannt wie alles wird. LG ☺

      1. Und wann geht es los und weißt du schon in welche Richtung? Kannst du dich denn von unterwegs auch melden, auf dem Blog z.B. oder muss ich ein Jahr auf Bilder und Berichte warten 😉 liebe Grüße aus dem eiskalten Kiel 🙂

      2. neleworld sagt:

        Ich bin jetzt schon unterwegs in Singapur ☺ Klar solange die Technik mit macht hört ihr weiterhin von mir auf Insta, Twitter und Blog, Facebook vlt nur nicht so oft ☺ LG aus Singapur

      3. Singapur 🙂 wenn du noch bis zum 07. da bleibst, kannst du mit meinem Schwager einen Kaffee trinken, er arbeitet seit ein paar Jahren auf Montage in Singapur 😉 ich wünsche die eine tolle Zeit und freue mich auf schöne Berichte 🙂 liebe Grüße Regina

      4. neleworld sagt:

        Leider nein. Da bin ich schon in Sydney ☺

      5. neleworld sagt:

        Freut mich sehr dass du meinem Weg folgt. Guten Rutsch dir ☺

  2. Meine Güte, bist du mutig, alles verkauft? Wie lange möchtest du denn auf Reisen gehen?

    So ein kleines bisschen kann ich dein Packproblem nachempfinden, als wir noch jünger waren haben wir Urlaub mit dem Motorrad gemacht, zwei Motorräder und drei Personen.

    Da musste auch immer alles gut gepackt werden und seinen festen Platz haben weil ja auch noch Kochgeschirr, Zelt, Schlafsäcke und Co. mit mussten.

    Einen kleinen Vorteil hatte ich aber dir gegenüber, die einzige Schminke bestand bei mir schon immer aus einem Lidstrich mit Kajal und Kleider/Röcke habe ich nie getragen, liebe Grüße von der Ostsee, Regina

    1. neleworld sagt:

      Liebe Regina,
      Danke für deinen lieben Kommentar ☺ Ja also alle Möbel etc. verkauft. Wenn dann richtig ☺ Ich habe vor ein Jahr zu reisen aber möchte es mir trotzdem etwas offen halten und schauen, wohin es mich treibt und wie lange ☺
      LG vom Hochrhein Nele

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