Drei von Sinnen – Der Film Eine Reisedoku

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Wie ihr unschwer an meinem Blog erkennen könnt: Ich liebe es zu reisen, die Begegnungen mit neuen Menschen, neue Kulturen zu entdecken und das Rauschen des Meeres zu hören. Aber was, wenn man diese Sinne nicht uneingeschränkt zur Verfügung hat? Wenn es nicht mehr selbstverständlich ist zu sehen, wohin man geht, zu hören, was die Menschen um einen herum erzählen? Wie oft sind wir während unseren Reisen abgelenkt durch äußere Einflüsse, wie dem Umgang mit dem Handy, Erwartungen, die man hat, die aber nicht erfüllt werden und vielem mehr. Drei junge Männer vom Bodensee haben sich vor 2,5 Jahren ein besonderes Experiment für Ihre Reise ausgedacht und somit diese Einflüsse ausgeschalten. Ihre Namen: Bart, Jakob und David. Drei von Sinnen !

Drei von Sinnen:  Der Film

In drei Wochen reisten sie vom Bodensee über den Schwarzwald in Richtung der Atlantikküste Frankreichs. Hauptsächlich zu Fuß und mit dem Zug, teilweise kamen Sie durch trampen voran. Das Besondere dabei: Sie verzichteten dabei auf das Hören, Sprechen und Sehen. Nach jeweils einer Woche wurden die Rollen dann getauscht. Daraus entstand der Dokumentarfilm: Drei von Sinnen, der aktuell im Südwesten Deutschlands in ausgewählten Kinos läuft.

Eher durch Zufall wurde ich auf diesen Film aufmerksam, aber als ich mir die Handlung durchgelesen hatte war für mich klar: Den Film musste ich sehen, vor allem da die Protagonisten danach noch für Fragen zur Verfügung standen. Wenn dich einmal die Reiseleidenschaft gepackt hat, dann fühlst du dich irgendwie mit allen verbunden, die diese Leidenschaft auch haben und du hast Hunger zu hören, was andere auf Ihren Reisen erlebt haben, welche Erfahrungen Sie gemacht haben und was für Sie das Fazit ihrer Reise war. Wenn dann jemand eine so besondere Reise macht wie die drei, dann weckt das erst Recht meinen Wissenshunger und meine Neugierde.

Trotzdem fragt man sich natürlich als Erstes: Wie kommt man auf so eine Idee? Die besten Ideen und die größten Erfolge entstehen dadurch, dass man nichts plant, nichts erzwingen will, sondern die Dinge einfach auf sich zukommen lässt. So war es auch in diesem Fall. Die Idee nach Frankreich zu gehen stand schon länger fest und eines Abends wurde eher im Scherz der Plan geschmiedet, sich die japanischen Affen als Vorbild zu nehmen und auf das Hören, Sehen und Sprechen während der Reise zu verzichten. Nach einigen Gesprächen stand dann fest, dass man diese Reise machen würde. Durch Gespräche mit Freunden und Bekannten kam es dann zu der Idee die Reise zu filmen, zuerst war der Gedanke mit einer Actionkamera, bis es dann doch ein kleines Kamerateam wurde, dass die Drei begleitete. Gott sei Dank, denn so dürfen wir alle nun diesen tollen Film anschauen.

Wie wurden die Sinne für diese Reise ausgeschalten?

Sehen: Lichtundurchlässige Augenpflaster deckten die Augen komplett ab

Hören: Ein individueller Gehörschutz für den Gehörgang, ein Kapselgehörschutz und darin integrierte Lausprecher, die permanent ein Störgeräusch abspielten, machten es unmöglich, die Umgebungsgeräusche zu hören.

Sprechen: Wer während einer Woche nichts sagte, brauchte keine Hilfsmittel. Das Schweigen hing ausschließlich vom eigenen Willen ab

Was passiert, wenn man auf einmal nicht mehr Sehen, Hören und Reden kann?

Der Sehnerv braucht eine Weile, bis er sich an die neue Situation gewöhnt hat. Er will sich nicht damit abfinden, dass nun alles dunkel ist und das Gehirn versucht immer wieder Bilder zu produzieren. So hat man von Zeit zu Zeit wie eine Art Halluzinationen, man sieht Bilder und Farben vor seinem inneren Auge. Wenn ihr die Augen schließt und eure Hände leicht auf die Augen drückt, bekommt ihr ein ähnliches Bild.

Am meisten ausgeschlossen fühlt man sich, wenn man nichts mehr hören kann. Man sieht um sich herum Menschen, die sich unterhalten, die lachen, aber man selbst gehört nicht dazu. Es ist, wie einen Kinofilm von außen anzuschauen, man ist mitten im Geschehen und gehört doch nicht dazu.

Gab es keine negativen Reaktionen von Behinderten zu diesem Film?

In dem Film gibt es eine Szene, in der eine Dame, die Jungs auf ihr Experiment anspricht und absolut nicht begeistert davon ist. Die Dame hat selbst einen behinderten Sohn und kann nicht verstehen, weshalb man sich freiwillig so etwas antut und dabei filmen lässt. Man solle behinderten Menschen lieber anders helfen. Diese Reaktion kann man einerseits sehr gut nachvollziehen, wenn man nicht weiß, aus welchem Antrieb heraus der Film gedreht wurde (siehe unten). Andererseits wurde vor der Reise der Blinden- und Sehbehindertenverein kontaktiert, dieser äußerte keine ehtischen Bedenken.

Wieso macht man so ein Experiment?

Um zu zeigen, wie schlimm es ist auf eines der Sinne verzichten zu müssen? Um herauszufinden welche Behinderung am Schlimmsten ist? Auf gar keinen Fall, sagen die Drei auf diese Frage hin. Die Intention war ganz alleine für sich selbst diese Erfahrung zu machen, was es bedeutet, auf eines der Sinne zu verzichten und wie man es trotzdem als Freunde schaffen kann, voran zu kommen und das Ziel zu erreichen. Jede hilft jedem, jeder in der Gruppe ist wichtig, um zu kommunizieren und weiterzukommen. Alleine hat jeder sein Handicap und fühlt sich eingeschränkt, aber wenn man zusammen hält, dann ist man stark und jeder Einzelne ist wichtig für die Gruppe.

Trotzdem ist in dem Film auch klar erkennbar, dass es nicht immer leicht war an einem Strang zu ziehen. Unmut, Frustration machten sich breit, sodass es einen Punkt gab, an dem das Experiment kurz vor dem Aus stand, weil man Gefahr lief, dass alles aus dem Ruder gerät. Doch Sie schafften die Kehrtwende und zogen es durch. Bis zum Schluss.

Fazit zum Film Drei von Sinnen

Für die drei war es ein unvergessliches Erlebnis, dass Sie als Freunde noch mehr zusammengeschweißt hat. Allerdings musste nach der Reise auch erstmal ein paar Wochen Abstand sein. Die Erkenntnis aus diesem Film: Wir sollten unsere Sinne mehr schätzen, glücklich sein, dass wir diese haben. Wir sollten uns ab und zu bewusst Zeit nehmen, zu sehen und hören was um uns herum passiert und miteinander reden, statt nebeneinander zu sitzen, jeder in seinen Gedanken vertieft.

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil ich den Film inspirierend und toll fand und er meiner Meinung nach zum Nachdenken anregt. Es ist kein gesponserter Beitrag, sondern spiegelt das wieder, was der Film bei mir ausgelöst hat. Falls er euer Interesse geweckt hat, möchte ich euch trotzdem den Link zur Homepage geben. http://www.dreivonsinnen.de/

Mittlerweile gibt es den Film auch auf  DVD zu kaufen: Drei von Sinnen DVD*

Eure Nele

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Fari sagt:

    Wow, das klingt total interessant! Ich kannte diese Doku noch gar nicht. Danke für den Bericht! ❤

    1. neleworld sagt:

      Sehr gerne ☺ Freut mich

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