Job kündigen für Weltreise: Alles was du bzgl. Arbeitslosengeld beachten musst

Job kündigen für Weltreise: Nichts überstürzen

Bevor ihr euren Job kündigt, um auf Reisen zu gehen, hoffe ich, dass sich jeder genug Zeit nimmt, alle offenen Punkte abzuklären und nichts überstürzt. Ich persönlich habe mir vier Monate Zeit gelassen, in denen ich Termine mit Banken, Versicherungen, Krankenkasse und Arbeitsamt hatte, um mich genau über das Vorgehen und eventuelle Nachteile zu informieren. Denn neben der Abstimmung mit dem Arbeitsamt gibt es viele weitere Punkte und Versicherungen, die vor einer Weltreise geklärt und eventuell gekündigt werden müssen.

Meine Erfahrungen mit der Kündigung vor meiner Weltreise

Hier berichte ich jetzt nur über meine Erfahrungen beim Arbeitsamt und wie es bei mir gelaufen ist.

Das ist grundsätzlich denke ich immer ähnlich, da es Vorschriften gibt, aber ich übernehme keine Garantie und der Bericht ersetzt auf keinen Fall einen persönlichen Termin beim Amt.

Folgendes solltest du bei deiner Kündigung beachten:

Wenn man selbst den Job kündigt, egal aus welchen Beweggründen, ist man grundsätzlich erst einmal drei Monate für das Arbeitsgeld gesperrt. Diese Sperrzeit kann nach Ermessen des Arbeitsamtes verkürzt werden, wenn z.B ein ärztliches Attest einer psychischen Belastung durch den Job vorliegt oder ähnliches. Normalerweise hat man 1 Jahr lang Anspruch auf das Arbeitslosengeld. Wenn man jedoch selbst kündigt, wird diese Zeit um die drei Monate gekürzt, d.h man hat nur noch 9 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Wenn man weiß, dass man kündigen will, sollte man sich bereits im Vorfeld beim Arbeitsamt als Rat suchend melden. So ist man schon einmal registriert und muss sich spätestens am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses persönlich beim Amt arbeitslos melden.

Erklärt dort dem Amt unbedingt was ihr vorhabt (Weltreise), dann werdet ihr innerhalb der Sperrzeit nicht dazu genötigt, an Arbeitsmaßnahmen etc. teilzunehmen. Sobald ihr Geld bezieht natürlich schon. Sobald die Reise losgeht, müsst ihr euch beim Arbeitsamt dann wieder abmelden. So ist es zumindest bei mir, da ich zwischen der Kündigung und dem Reisebeginn zwei Monate „Puffer“ habe. Während der Weltreise steht euch natürlich kein Arbeitslosengeld zu. In dem einen Jahr, in dem ihr Arbeitslosengeld bezieht, stehen euch gesetzliche Urlaubstage zu, die ihr auch beim Amt anmelden müsst. Das Amt muss also über eine Reise immer informiert erden.

Beachtet unbedingt, dass ihr in der Sperrzeit auch nicht über das Arbeitsamt krankenversichert seid und euch selbst versichern müsst, bzw. den Beitrag an die gesetzliche Krankenversicherung separat bezahlen müsst. 

Wenn ihr dann auf Reisen seid, läuft die Sperrzeit nicht weiter ab. Es geht also nicht, dass ihr euch arbeitslos meldet, sofort losfliegt, nach 3 Monaten wieder kommt und die Sperrzeit dann vorbei ist. Die Sperrzeit läuft nur, solange ihr in Deutschland angemeldet seid.

Den Anspruch auf das Arbeitslosengeld habt ihr nach Meldung beim Arbeitsamt dann vier Jahre lang, beziehungsweise anders ausgedrückt, ihr könnt bis zu 4 Jahren nach Meldung der Arbeitslosigkeit das Arbeitslosengeld einlösen. D.h ihr solltet nicht länger als vier Jahre auf Weltreise sein, sonst verfällt der Anspruch wieder. Grundlage ist in dieser Zeit immer der letzte Lohn vor der Meldung der Arbeitslosigkeit. Man erhält dann 9 Monate lang 60 % seines letzten Lohns. (Eigentlich ist die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld 12 Monate, aber die Sperrzeit wird hier natürlich abgezogen).

Sobald ihr dann Bezüge vom Amt bekommt, müsst ihr natürlich an Arbeitsmaßnahmen teilnehmen und euch regelmäßig bewerben und dies auch nachweisen. Solltet ihr das nicht machen oder euch nicht an die Vorgaben bzgl. Urlaubstage etc. halten, kann das Arbeitsamt euch das Arbeitslosengeld kürzen oder streichen.

 

Eure Nele

 

 

 

 

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