Wie Reisen verändert

Man liest es immer wieder. Reisen verändert, Reisen bildet die Persönlichkeit.

Alles nur Gerede oder ist es wirklich so?

Ich persönlich kann nur sagen: Es ist absolut wahr!

Schon jetzt, vor meiner großen Reise, haben mich die  Reisen, die ich in den letzten Monaten unternommen habe, sehr viel weitergebracht. Ich habe Dinge entwickelt, die ich vielleicht Zuhause nie mehr entwickelt hätte.

Mehr Selbstbewusstsein durch das Reisen

Zum alleine reisen braucht man Selbstbewusstsein. Viele bewundern mich für meinen Mut allein durch die Welt zu ziehen oder auch schon alleine in den Urlaub zu fliegen. Und sie haben Recht. Es kostet Mut und Selbstbewusstsein. Ich selbst sehe mich nicht als selbstbewusste Frau. Meine engeren Freunde wissen, dass mich oft Selbstzweifel packen und ich mir selbst wenig zutraue.

Das ist beim Reisen nicht anders. Jedes mal vor einer Reise habe ich Angst und Zweifel und würde am liebsten alles rückgängig machen. Aber das geht dann nicht mehr. Also stelle ich mich den Zweifeln und komme von jeder Reise mit einem Stück mehr Selbstbewusstsein zurück. Man muss auf einer Reise immer Situationen meistern, mit denen man nicht gerechnet hat oder Hürden nehmen, vor denen man immer Angst hatte. Außerdem muss man so viel Mut haben, auf Menschen zu zugehen, um nicht immer nur alleine im Hostel zu sitzen. Man kann sich nicht mehr hinter jemanden verstecken, man MUSS aus der Komfortzone raus. Und wenn man das gemeistert hat, dann ist man echt stolz auf sich.

Mehr Vertrauen durch Reisen 

Ich gebe es ungern zu, aber ich habe schon ein Problem Menschen zu vertrauen, durch Dinge, die mir in meiner Vergangenheit passiert sind. Ich bin generell immer erst einmal vorsichtig neuen Menschen gegenüber und brauche lange, bis ich jemandem vertrauen kann. Auf Reisen muss ich Vertrauen lernen und ich merke, wie diese Erfahrung mir auch für Zuhause etwas bringt. Wie ich langsam wieder offener werde und wieder mit gesunder Vorsicht schneller vertraue. Im Ausland schlafe ich mit mehreren Menschen in einem Schlafsaal. Meine Wertsachen sind zwar meist eingeschlossen, trotzdem liegt immer mal wieder etwas herum, dass das Interesse anderer wecken könnte. Aber wenn ich in einem Schlafsaal schlafe, muss ich den anderen Reisenden vertrauen, sonst habe ich keine ruhige Nacht. Und bisher wurde dieses Vertrauen auch nicht enttäuscht.

Wenn ich mit wildfremden Menschen meinen Tag verbringe, mit Ihnen nachts auf eine Burg wandere, mit ihnen nachts alleine Barhopping betreibe, wenn ich Ihnen meine Handynummer gebe, oder mit Ihnen einen Ausflug mache, dann muss ich vertrauen. Nicht blind und absolut aber vor allem muss ich mir selbst vertrauen, mich auf meine Intuition verlassen. Von mir selbst würde ich schon sagen, dass ich eine gute Menschenkenntnis habe. Auf diese muss ich mich verlassen und ein Stück weit mein Misstrauen ablegen.

Mehr Kreativität 

Für mich das schönste Geschenk auf meinen Reisen: Ich habe meine Kreativität zurückbekommen. Endlich kann ich wieder schreiben, fotografieren und Ideen sprudeln aus mir heraus. Die Kreativität war durch Alltag und Belastungen im Alltag seit Jahren eingeschlafen. Schon als Kind habe ich selbstgemachte Zeitschriften entworfen, Theaterstücke auf die Beine gestellt, Gedichte geschrieben und und und. Das alles habe ich jahrelang nicht mehr gemacht. Ich hatte auch nicht mehr das Verlangen danach. Die Kreativität war tot. Nun ist sie wieder da. Es vergeht kein Tag an dem ich keine neue Idee für ein Thema für meinen Blog habe, keine neue Idee für tolle Fotos oder Inhalte für Instagram. Für mich ist die wiedergewonnene Kreativität ein Impuls fürs Leben, es fühlt sich an, als habe jemand meinen Akku wieder aufgeladen.

Durch das Reisen: Ich bin wieder ICH 

Was für mich die Quintessenz des Reisens ist. Ich bin endlich wieder ich, so wie ich mich sehe, aber wie ich jahrelang nicht war. Offen, Mutig, Kreativ, Lebensfroh, Weltoffen.

Ich hatte früher ein Talent für Sprachen. Aber in meiner Arbeit brauchte ich keine Fremdsprachen und dieses Talent ist eingeschlafen. Es fällt mir jetzt mit 28 schwer nochmals neue Sprachen zu lernen, aber ich habe Hunger danach Spanisch sprechen zu können und besseres Englisch und werde auf jeden Fall Sprachschulen besuchen.

Außerdem habe ich es immer geliebt zu tanzen. Musik ist für mich eines der wichtigsten Bestandteile in meinem Leben. Ich habe früher in meinem Kinderzimmer gesungen und getanzt, das alles war nun jahrelang kaputt. Und auch hier muss ich erst wieder rein finden und es fällt mir nicht mehr so leicht wie mit 20. Aber ich habe nun immer wieder kleine Salsakurse von Reisebegleitungen bekommen und ich hoffe dass ich weiterhin dazu lerne und irgendwann viele tolle Tänze aufs Pakett legen kann. Für mich ist Tanzen pure Lebensfreude.

Ich hoffe, dass die Reise weitergeht, dass ich in den nächsten Monaten noch mehr zu mir selbst finde und noch viel mehr über mich erfahre. Denn was ich mir von dem Reisen erhoffe, auch wenn es sich vielleicht auf den ersten Blick widerspricht: Ich möchte ankommen. Bei mir selbst.

Eure Nele :*

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Also das hast du sehr nett geschrieben und in vielen Punkten muss ich dir absolut Recht geben. Ich finde du hast viel Mut Dinge zu tun die manche Frau nicht machen würde. Trotz allem muss man vorsichtig sein und überlegen „was wäre wenn“ ! Hoffe du verstehst was ich meine ! Aber ich wünsche dir bei deinen weiteren Reise viel Erfolg und das diese dein Leben weiter bereichern !!!

    1. neleworld sagt:

      Ja ich versteh was du meinst . Klar ein kleines Risiko ist immer dabei. Vielen Dank für deine lieben Worte und einen schönen Abend dir ☺☺ Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt .

      1. den wünsche ich dir auch !!!!

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