Terrorgefahr: Die Angst reist mit

Erst gestern habe ich über Istanbul geschrieben und dass ich es  schade finde, dass diese Stadt durch den Terror von unseren Reisezielen gestrichen ist. Mit dem heutigen Tag kommt leider eine neue Stadt dazu: Nizza. Aber wo können wir überhaupt noch hin? Wo ist man noch sicher? Gehört die Angst nun immer mit ins Reisegepäck?

Angst verändert das Reisen

Wenn Freunde von mir in den Urlaub gehen, ist das anders früher. Früher hat man sich einen schönen und erholsamen Urlaub gewünscht und sich einfach nur mit den Lieben gefreut. Mittlerweile hat sich das leider etwas verändert. Mit jeder Reise schwingt eine unterschwellige Angst mit. Nicht einmal unbedingt bei den Reisenden selbst aber bei den Menschen, die zuhause bleiben. Man weiß einfach leider, dass man nirgendwo mehr 100% sicher ist und es keine Garantie dafür gibt, dass alle wieder gesund nach Hause kommen.

Ich persönlich fühle mich nirgends mehr 100% sicher, lasse mich davon aber auch nicht beeinflussen. Vor 4 Jahren war ich in Bulgarien mit einer Freundin. Ein Tag später gab es auf dem Flughafen dort einen Terroranschlag. Unseren Urlaub verbrachten wir mit bewaffneten Männern mit Maschinengewehr vor unserem Hotel . Wir hätten nie gedacht, dass wir in Bulgarien unsicher sind.

Letztes Jahr war ich mit meiner Schwester in Istanbul. Weniger Monate später gab es dort den ersten Terroranschlag seit längerer Zeit.

Als ich in Melbourne Australien war, ist ein Fahrer in der Stadt in die Menschenmassen gefahren- Terroranschlag. Zwei Stunden zuvor war ich selbst in der Stadt.

Zuletzt war ich ein Jahr auf Weltreise, auch in Lateinamerika. All meine Freunde hatten sich Sorgen gemacht, dass eventuell in Kolumbien was passieren könnte. Aber an dem Tag, an dem wir am großen Flughafen Europas in London umsteigen mussten, passierte etwa zeitgleich der Anschlag auf dem Flughafen in Brüssel. Reiner Zufall dass dafür Brüssel ausgesucht wurde und nicht London. Was ich damit sagen will: Es ist unendlich traurig, was gerade in Europa passiert und ich denke es lässt niemanden von uns kalt. Trotzdem sollten wir nicht auf unsere Reisen und unsere Lebensqualität verzichten, denn es ist absolut nicht absehbar, wo als nächstes etwas passiert. Wenn wir uns total von all dem schützen wollen, sollten wir nur noch Zuhause bleiben, nicht mal mehr mit dem Zug in die nächstgelegene größere Stadt, keine Festivals besuchen und keine Weihnachtsmärkte. Ist so das Leben noch lebenswert? Für mich nicht.

Deshalb gehe ich mit einer gesunden Portion „mulmigen“ Gefühls und ordentlicher Abwägung der Risiken auch dieses Jahr wieder in den Urlaub. Wieder in große Städte in Europa. Wir sollten uns trotz der Vorsicht und Angst unsere Lebensfreude nicht nehmen lassen.

Wie seht ihr das? In wie weit nehmt ihr bei der Planung eurer Urlaubsziele Rücksicht auf die Terrorgefahr?

Nele

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4 Comments »

  1. Guten Morgen Alex,
    Danke dir.
    Leider ist es wirklich so, dass der Terror immer näher kommt. Früher war er noch so weit weg, dann kam er in Städte in denen man selbst schon mal war und das noch gar nicht lange her und jetzt in Nizza ist sogar eine Freundin von mir betroffen, deren Freund alles hautnah miterlebt hat, aber Gott sei Dank überlebt hat. Es ist wirklich schrecklich. Trotzdem sehe ich es so wie du. Man muss das Leben genießen und jeden Tag schätzen und das Beste daraus machen. Wir dürfen uns das nicht kaputt machen lassen.
    IN diesem Sinne einen schönen Samstag dir 🙂

  2. Hey, ein toller Beitrag. Mir fehlen die Worte bei dem was in letzter Zeit in Europa passiert. Heute morgen habe ich von dem Vorfall in Nizza gelesen und das hat mich tief berührt, da ich vor kurzem erst dort war. Ich fühle mich sogar schlecht, weil ich dort eine wirklich schöne Zeit hatte…und andere mussten kurze Zeit später dort ihr Leben lassen…ich versuche mich von dem Terror nicht unterkriegen zu lassen, denn ein Leben in Angst ist für mich kein Leben. Viel mehr zeigt es uns doch allen auch, dass wir nicht ewig Zeit haben unsere Träume zu verwirklichen..und man jeden Tag wertschätzen sollte 🙂
    LG Alex

  3. Liebe Sarah,
    schön dass du es dir durchgelesen hast.
    Ich hoffe die meisten denken wie wir und lassen sich die Lebensfreude nicht nehmen.
    Ein schönes Wochenende dir.
    LG Nele

  4. Liebe Nele,
    wie ich gerade schon auf Instagram sagte (ich war jetzt doch zu neugierig und musste deinen Eintrag lesen), sehe ich das genauso wie du. Wir dürfen uns davon nicht verschüchtern lassen. Man weiß nicht, wo wieder etwas passiert. Da könnte man sich also direkt zu Hause verschanzen. Ich war wenige Tage vor dem Anschlag auf Charlie Hebdo noch in Paris und vergangenes Jahr in Nizza, wo wir jeden Morgen auf der Promenade gefrühstückt haben. Es ist ein Wahnsinn, dass einem inzwischen fast eher etwas in London als in Kolumbien passieren kann! Und es ist unendlich traurig und es macht mich wütend, dass wir im Jahre 2016 immer noch nicht in der Lage sind, friedlich weltweit miteinander zu leben.
    Dennoch sollten wir, die große Mehrheit!, die einfach Frieden und ein schönes Leben wollen, nie aufhören, das auch zu leben. Nie. Es muss weiter gereist werden können!
    LG
    Sarah

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