Kolumbien <3 Mein Reisebericht

21.03.2016 Abflug – Die Reise beginnt.

Das Abenteuer konnte beginnen. Das Gute war, dass der Flug erst abends um 19 Uhr losging. So hatten wir den ganzen Tag Zeit, um zu packen und uns vorzubereiten. Außerdem war es sicher von Vorteil, um dem Jetlag zu entgehen, da wir so quasi in die Nacht hinein geflogen sind. Die Reise nach Kolumbien machte ich zusammen mit meiner Schwester. Wir waren schön öfter zusammen im Urlaub, aber noch nie zusammen so weit weg von Zuhause. Meine Schwester ist schon viel in der Welt herum gekommen, für mich war es das erste mal „Backpacking“. Richtiges Backpacking sieht zwar anders aus, aber ich habe auch noch nie im Ausland in Hostels übernachtet. Als wir zusammen zum Flughafen Zürich fuhren, bemerkten wir beide an uns etwas Seltsames. Wir waren überhaupt nicht aufgeregt und wie in Trance. Es war total unreal in wenigen Stunden im Flugzeug zu sitzen und das kalte Deutschland hinter sich zu lassen um in das heiße Kolumbien zu entfliehen.

Am Flughafen Zürich gab es schon die ersten „Komplikationen“. Beider  Buchung der Flüge hatte man uns gesagt, dass unser Gepäck bis nach Cartagena (unser Endziel) weitergeleitet werden würde und wir auch in Zürich schon alle Bordkarten bekommen würden. Als wir dann am Schalter standen (die Dame war sehr unfreundlich und wirkte inkompetent), wies uns die Dame darauf hin, dass Sie uns nicht garantieren könne, dass das Gepäck weitergeleitet würde und wir es in London eventuell beim Zwischenstopp abholen müssten. Außerdem händigte Sie uns nur eine Bordkarte aus , um den Rest sollten wir uns in London kümmern. Das Problem war nur, dass wir in London nur etwas mehr als eine Stunde Aufenthalt hatten. Aber na gut. Der Urlaub hatte erst begonnen, wir wollten uns keinen Stress machen.

Letztlich hatte dann auch alles gut geklappt, wir flogen nach London, bekamen da unsere Tickets ( Koffer wurden natürlich weitergeleitet) und stiegen dann in eine Maschine der Avianca ein, mit der wir dann über 9 Stunden nach Bogota , die Hauptstadt Kolumbiens, flogen. Selbst am Flughafen dort merkte man, wie hoch Bogota liegt. Der Atem wurde schwer und alles war anstrengender.

Von dort aus ging es dann noch ca. 1,5 Std nach Cartagena.

Ich kann diese Reisezeit was die Uhrzeit angeht nur empfehlen. Wir saßen alleine im Shuttelbus in London und hatten den Flughafen für uns alleine, ähnlich war es in Bogota. Kein anstehen, kein langes Warten- perfekt !

22.3.2016 Ankunft in Cartagena :2016-04-08_18.55.44

Im Vorfeld wurden wir immer vor Kolumbien gewarnt. Ich wurde noch in keinen Urlaub so verabschiedet wie hier. Jeder umarmte mich und drückte mich, ich bekam sehr viele SMS und man merkte, dass viele an uns dachten. Ich fand das super schön und nahm die Warnungen nicht sehr ernst. Aber in Cartagena am Flughafen war es uns schon nicht ganz wohl. Es war früh am Morgen, wir mussten direkt am Flughafen Geld abheben, um überhaupt das Taxi bezahlen zu können ( in Kolumbien zahlt man mit Pesos) . Es standen viele Taxis vor dem Flughafen und wir waren verunsichert, wo wir überhaupt einsteigen sollte. Vor Taxifahrten in südamerikanischen Ländern wird man auch immer wieder gewarnt.

Unser Hostel hieß „Mama Waldy“ und lag im Stadtteil Getsemani, das Hippie Viertel. Als wir in das Hostel herein kamen, war es sehr dunkel, wir durften noch nicht einchecken, da es erst 8 Uhr morgens war und es war brütend heiß. In dem Moment war mir alles zu viel, am liebsten wäre ich wieder umgekehrt. Aber das ging nicht so einfach. Also parkten wir unser Gepäck im Hostel und suchten erst einmal etwas zu Essen. Wir mussten 4 Stunden totschlagen bis wir endlich in das Hostel einziehen durften und waren einfach so kaputt, dass wir die meiste Zeit im kühlen Restaurant sitzen blieben. Endlich im Hostel angekommen, durften wir dann auch in unseren Schlafsaal einziehen. Wir hatten ein 4 Bett Zimmer gebucht und hatten Glück, dass wir die ersten 2 Nächte hier alleine waren. Das änderte sich dann später. Ich muss aber sagen, dass es mir gar nichts ausmachte, das Zimmer mit anderen zu teilen, auch wenn es ein gemischtes Zimmer war. Es hat immer gut gepasst. Der erste Tag verging dann relativ unspektakulär. Wir hielten uns im Hostel auf und kamen mit ersten Leuten ins Gespräch und gingen relativ früh ins Bett.

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23.03.2016 Bocagrande

An unserem dritten Tag wollten wir dann endlich das Meer sehen. Uns war bewusst, dass es hier nur einen Stadtstrand gab und wir weiter mit dem Boot herausfahren mussten, um Traumstrände zu sehen (was wir auch definitiv noch vor hatten), aber für heute musste der Stadtstrand reichen. Wir nahmen uns früh am Morgen ein Taxi und fuhren nach Bocagrande. Dieser Stadtteil war beeindruckend. So ähnlich stelle ich mir Miami vor. Rießige Hochhäuser an der Uferpromenade bildeten ein beeindruckendes Bild. Am Strand war viel los. Mehrere Bühnen waren aufgebaut mit Musik und Tanz. Wir setzten uns erst einmal in ein kleines Kaffee und tranken einen Smoothie. Hier erlebten wir das erste mal, dass nicht alle Kolumbianer freundlich waren. Zuerst wurden wir sehr nett bedient und als es dann um das Zahlen ging, wurde von uns auf einmal mehr verlangt, als auf der Karte stand. Diskussion zwecklos. Wir wurden über den Tisch gezogen. Daraufhin verliesen wir die Bar und schlenderten am Strand entlang, die Füße im Wasser. Urlaubsfeeling pur! Das Einzige, was etwas nervig war, waren die Strandverkäufer. Man hatte keine Ruhe, immer kamen Sie und wollten Ketten verkaufen, Obst oder Massagen. Sehr mühsam. Entspannen konnte man hier nicht.

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Zu allem Überfluss bekamen wir noch Ärger mit der Polizei. Auch am Strand standen, wie an allen touristischen Attraktionen, Polizisten in Uniform mit Schlagstöcken und Pistolen und das bei 37 Grad. Es war für mich einfach ein dubioses Bild und ich wollte das fotografieren. Die Polizisten standen mit dem Rücken zu uns. Ich machte mir da keine Gedanken. Aber wie auch immer, die Polizisten waren sehr aufmerksam und merkten, dass wir sie fotografiert hatten. Sie kamen auf uns zu und redeten mit uns etwas auf Spanisch. Ich muss dazu sagen, mein Spanisch ist sehr schlecht ,was wirklich ein Nachteil ist, wenn man in Kolumbien unterwegs ist. Aber meine Schwester spricht Gott sei Dank eigentlich recht gut. Wir brachten die Polizisten aber dadurch, dass wir nicht sofort verstanden, um was es ging, so in Rage, dass einer der Polizisten mit der Zeit seine Hand an die Pistole hielt um seine Macht zu demonstrieren. Gott sei Dank konnten wir die Situation dann klären.

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Abends war dann wieder Hostelleben angesagt mit Musik hören und Leute kennen lernen.

24.04.2016 Islas del Rosario

Unser erster geführter Ausflug stand an.

Wir trafen uns mit einer Gruppe um 8.30 Uhr am Hafen von Cartagena und warteten auf unser Boot. Es war brütend heiß und wir mussten 1,5 Stunden warten, bis es endlich losging. In der Zwischenzeit lernten wir einen Italiener kennen, der noch nie etwas von Punkt und Komma gehört hatte. Er liebte es, sich selbst reden zu hören. Aber immerhin verging die Zeit dadurch schneller. Endlich kam dann unser Boot und wir mussten unsere Schwimmwesten anlegen und dann ging es los zu den Islas del Rosario, aber zuerst einmal vorbei an der Skyline von Bocagrande und den Hochhäusern. Auch vom Wasser aus, ein beeindruckendes Bild.

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Die Fahrt zu den Islas del Rosario ging etwa eine Stunde. Nach jedem Urlaub schwöre ich mir, dass ich nie mehr mit einem Boot über das Meer heizen werde, aber ich mach es trotzdem jedes mal wieder. Einerseits ist es wirklich anstrengend sich zu konzentrieren, dass einem nicht schlecht wird, aber es gibt dir auch ein Freiheitsgefühl , wie kaum etwas anderes. Zumindest dachte ich bei der Hinfahrt noch so. Auf den Islas del Rosario fuhren wir an einigen Traumstränden mit tollen Buchten, türkisfarbenem, teilweise durchsichtigem Wasser vorbei. Ein Traum. So etwas hatte ich noch nie gesehen.

An einem bestimmten Hotspot gingen wir dann schnorcheln. Ich war noch nie in meinem Leben schnorcheln und bin auch keine Wasserratte aber ich wollte es auf jeden Fall ausprobieren. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, wie man nur den Kopf unter Wasser stecken muss und in eine andere Welt eintaucht. Die Islas del Rosario werden in Reiseführern immer angepriesen als das Schnorchelparadies schlechthin. Aber auch meine Schwester, die schon öfter schnorcheln war, war von der Unterwasserwelt enttäuscht. Die Korallen waren teilweise abgestorben und wir entdeckten leider auch keine spektakulären Fische oder ähnliches.

Nach der Schnorcheltour fuhren wir dann auf eine andere Insel: Playa Blanca Baru.

Leider waren Osterferien, sodass die touristischen Attraktionen maßlos überfüllt waren, aber davon abgesehen: Ein Traum!!!!! Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich solche Farben im Meer gesehen. Wie gemalt und einfach unbeschreiblich! Hier hatten wir 2 Stunden zur freien Gestaltung und natürlich verbrachten wir diese zu 100% entweder im Wasser oder mit Sonnen am Strand.

Anschließend ging es dann mit dem Boot zurück nach Cartagena.

Wieder heizten wir über das Meer und das Boot sprang über die Wellen. Aber es war anders als bei der Hinfahrt. Die Wellen waren höher, das Meer rauer. Wildwasserrafting ist ein Scheiß dagegen. Das Boot sprang in die Luft und knallte mit voller Wucht auf die Wasseroberfläche und das nahezu die ganze Stunde. Irgendwann krachte das Boot innen fast auseinander. Die Sitzbank der Mitreisenden vor uns krachte auf den Boden und war kaputt. Und so wie das Boot jedes mal wieder mit voller Wucht auf das Wasser aufschlug, hatten wir Angst, dass bald das ganze Boot auseinander brechen könnte.

Aber wir kamen heil wieder in Cartagena an.

Am Abend relaxten wir wieder vor dem Hostel und zwei andere Reisende aus dem Hostel gesellten sich zu uns. Einer von Ihnen kam aus Frankreich, der andere aus Südamerika. Später kam dann noch einer aus Argentinien hinzu. Wir hatten einen tollen Abend und gingen gegen später dann irgendwann los um das Nachtleben auszutesten. Wir gingen zum Placa, das war ein Platz vor einer Kirche, an dem es egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit in Getsemani immer Trubel gab. Hier versammelten sich Menschenmassen und Künstler und es war immer etwas geboten. Dort setzten wir uns auf den Bordstein und tranken Bier und unterhielten uns. Das Unterhalten war für mich ohne gute Spanischkenntnisse schwer. Ich kann nur jedem als Tipp geben, der nach Südamerika will: Lernt spanisch. Mit ein paar Brocken aus dem Wörterbuch kommt man nicht weiter. Netterweise versuchte dann aber der Franzose etwas von seinen Englischkenntnissen wieder aufzufrischen und versuchte sich mit mir auf Englisch zu unterhalten.

Später gingen wir dann noch im Zentrum in eine Salsa-Bar und unsere neuen Bekannten versuchten mir Salsa beizubringen. Das erste mal in meinem Leben tanzte ich Salsa bzw. versuchte es zumindest. Ich liebe diese Musik und den Tanz . Genauso hatte ich mir Kolumbien vorgestellt.

 

25.04.2016 Cafe del Mar

Diesen Tag ließen wir erst einmal langsam angehen. Es war brütend heiß und wir wollten erst nach der Mittagshitze zusammen mit dem Argentinier, den wir gestern Abend kennengelernt haben, losziehen um das Zentrum zu erkunden und auf Fototour zu gehen.

Davor schaute ich mit einem Engländer aus unserm Hostel das Fußballspiel England gegen Deutschland an, im klimatisierten Aufenthaltsraum.

Nach dem Spiel gingen meine Schwester und ich zusammen mit dem Argentinier ins Zentrum . Wir schlenderten durch die bunten, etwas ruhigeren und nicht ganz so touristischen Straßen. Ich denke es war gut, dass wir als zwei Mädels nicht alleine unterwegs waren. Ich habe mich auch hier nie unsicher gefühlt, aber man hat schon gemerkt, dass wenn man vom Zentrum wegkam ,die Stimmung etwas anders wurde. Vielleicht war es auch einfach unsere eigene Vorsicht und Unbehagen, dass wir uns in den abgelegenen Straßen anders gefühlt haben. Das ist schwer zu beurteilen. Auf jeden Fall haben wir tolle Fotos geschossen und viel von der Stadt gesehen.

Von einer Kollegin hatte ich noch einen Tipp für eine Bar bekommen, von der aus man den Sonnenuntergang sehen konnte. Da sind wir dann anschließend hin. Es lief Livemusik mit Lichtershow und vor uns die Hochhäuser und Lichter von Bocagrande in der Ferne und das Meer mit der untergehenden Sonne. Eine Hotspot den man unbedingt besuchen sollte, wenn man in Cartagena ist. Traumhaft !

26.03.2016 Unser letzter volle Tag

Und schon war unser letzter volle Tag in Cartagena angebrochen, bevor es weiterging in die Karibik. An diesem letzten Tag wollten wir noch so viel wie möglich erkundigen.

Aus diesem Grund bestellten wir uns ein Taxi und fuhren damit zum Convento la Popa . Ein Berg mit Kirche, von dem aus man eine super Aussicht über ganz Cartagena hat. Mit unserem Taxifahrer hatten wir richtig Glück. An diesem Tag war eine Propaganda Veranstaltung auf dem Berg. Es waren viele Menschen, unübersichtlich und nicht ganz ungefährlich. Der Taxifahrer wich uns die ganze Zeit nicht von der Seite , begleitete uns und machte uns den kostenlosen Tourguide. Die Aussicht über die Stadt war traumhaft schön. Ich hatte mich in diese Stadt verliebt !

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Nach diesem Ausflug trafen wir uns mit einem Kollegen aus Bogota. Wir wollten eine Grafitti Tour durch Getsemani machen. Die ganze Stadt war voll mit kunstvollen Grafittis, die wir fotografieren wollten. Er kam mit uns mit, da er ausgebildeter Fotograf war und durch das Leben in Kolumbien abschätzen konnte, welche Straßen sicher waren und welche nicht. Also hatten wir quasi wieder einen kostenlosen Beschützer an der Hand. Wir sahen viele bunte Straßen, viele kunstvolle Bilder und es war eine schöne Abschlusstour durch den Stadtteil, den ich so in mein Herz geschlossen habe.

Am Abend hatten wir dann Stromausfall im Hostel. Das war wirklich spooky. Da es Ostern war, ging dann auch noch ein christlicher Osterumzug durch die dunklen Straßen mit Fackeln und die Leute sangen Lieder dazu. Einmaliges Gefühl. Wir saßen vor dem Hostel zusammen mit dem Engländer mit dem ich vor einigen Tagen Fußball geschaut hatte und seinem Kollegen aus San Francisco und schauten dem Spektakel zu.

Da es fürs Erste unser letzter Abend in Cartagena war, wollten wir aber unbedingt noch einmal feiern gehen und so zogen wir mit den beiden Jungs los. Zuerst landeten wir in einer Bar, wo wir noch andere aus unserem Hostel trafen. Wir hatten es sehr lustig. Dann gingen wir ins Zentrum und landeten auf einer Rooftop Party. Ich war noch nie in meinem Leben an einer Rooftop Party. Auf dieser Party über den Dächern von Cartagena zu stehen war für mich ein absolutes Highlight. Es lief Electro Music und wir hatten einen unvergesslich tollen Abend dort.

27.04.2016 Goodbye Cartagena , Hello San Andres

An diesem Abend flogen wir weiter auf die Karibikinsel San Andres. Ich wollte gar nicht weg aus Cartagena. Ich hatte mich in diese Stadt verliebt und auch so tolle Menschen kennengelernt. Ich hätte nie gedacht, dass mir ein Hostelleben so viel Spaß machen könnte, aber es war die beste Zeit meines Lebens hier. Ich war gespannt was uns in San Andres erwartete.

San Andres ist eine Insel zwischen Nicaragua und Kolumbien und gehört zu der Karibik. Wir landeten dort abends um halb 9 und wurden dann vom Taxi in unsere Unterkunft gefahren.

Die Unterkunft „ Kathy’s Paradies“ war kein Hostel im herkömmlichen Sinne. Es war eher ein familiengeführtes Hotel würde ich sagen. Inhaber war ein Deutscher, der uns dort auch in Empfang nahm. Wir redeten mit ihm noch einige Zeit auf der Terrasse und hörten uns seine Hinweise und Tipps an, bevor wir uns Bett fielen.

Das Zimmer war natürlich nicht vergleichbar mit dem Hostel. Es war sehr groß und klimatisiert und sauber. Das Einzige was ich nicht so brickelnd fand waren die 3 Haushunde. Im Vergleich zu Estrella (unserem Hund in Cartagena) sehr große Hunde und jeder der mich kennt weiß, dass ich Angst vor Hunden habe. Aber an dem Abend war mir alles egal ich war einfach nur müde.

San Andres: 27.03.-04.04.

Zu San Andres werde ich keinen so detaillierten Bericht schreiben wie zu Cartagena, da es hier natürlich Erholungsurlaub auf einer Insel war und wir die meiste Zeit am Strand lagen und es uns gut gehen lassen haben.

Die Unterkunft in der wir hausten war nah an einem etwas ruhigeren Strand gelegen. Man hätte auch ein Hostel in der Stadt nehmen können. Hier wäre was das Nachtleben angeht vielleicht etwas mehr los gewesen, aber der Strand war überfüllter und das Meer auch nicht so ruhig. Das Meer vor unserer Haustür war traumhaft. So stellt man sich Karibik vor. Unbeschreibliche Farben! Am Strand lief immer in angenehmer Lautstärke Reggae Musik. Bekannte Lieder aus dem Radio in einer Reggae Version, teilweise zum kaputtlachen. Das Angenehme war, dass es hier keine aufdringlichen Strandverkäufer gab. Man wurde in Ruhe gelassen und konnte einfach nur entspannen. Negativ an dieser Insel war das Essen. Die Insel wurde nur einmal in derWoche mit Frischware beliefert. Den Rest der Woche, lag dann das geschimmelte Obst im Kühlregal. Nicht gerade lecker. In der Zeit auf der Insel habe ich viel abgenommen, da wir uns dann oft nur von Reis und Kochbananen ernährt haben, teilweise in Kombination mit Ketchup. Schrecklich. Durch die Art der Unterkunft war es auch schwieriger Leute kennen zulernen. Aber gegenüber unserem Zimmer hauste ein deutsches Paar mit dem wir uns schnell anfreundeten.

Wie gesagt, die meiste Zeit waren wir natürlich am Strand aber auch auf der Insel haben wir Einiges erlebt.

Wir waren zum Beispiel in der Kirche. Dort sangen Sie Gospel und das Gefühl war ganz anders als in einer deutschen Kirche. Anfangs war ich total begeistert. Allerdings ging die Kirche letztlich 2,5 Stunden. Nach dem anfänglichen Singen folgte eine einstündige Predigt des Pfarrers, der so laut ins Mikrofon schrie, es war irgendwann nicht mehr auszuhalten. Trotzdem eine Erfahrung wert. Das Nachtleben testeten wir auch zweimal aus, war aber absolut nicht mit Cartagena vergleichbar und sehr auf Touristen ausgelegt. Wer Reggae Bars und unverfälschte kolumbianische Bars sucht kann lange suchen.

An einem unserer ersten Tage mieten wir uns einen Roller und machten eine Inselrundfahrt. Das war ein unbeschreibliches Lebensgefühl. Ohne Helm in der Hitze Kolumbiens an den traumhaften karibischen Stränden vorbeizufahren und anhalten zu können, wo man wollte. Wir wussten nicht wo wir waren und wie lange es noch bis zur Unterkunft zurück dauern würde. Ein Gefühl von Freiheit und Urlaub und unbedingt auf einer Reise nach San Andres zu empfehlen. Auch wenn ich dazu sagen muss, dass wir, als wir in der Stadt waren, ungefähr fünf mal im Kreis gefahren sind, bis wir mal den Weg zurück gefunden haben. Aber ich denke so etwas gehört zu Urlaubserlebnissen einfach dazu.

Am Abend sind wir dann noch mit dem Motorroller im Dunkeln alleine in den anderen Stadtteil gefahren. Das war nicht ganz ungefährlich und auch gruselig. Unsere Gastmutter warnte uns, als wir aus dem Haus gingen, wir dürften keinesfalls auf der Strecke anhalten und mit Leuten reden.

Aber auch hier ging wieder alles gut.

In San Andres haben wir es geschafft zu relaxen und alles was zuhause wartete zu vergessen. Wir waren teilweise so entspannt und relaxt, dass wir keine Entscheidungen mehr treffen konnten oder wollten und einfach so in den Tag herein lebten. Das ist Urlaub oder ?

Auf der Insel gab es außerdem noch einen Botanischen Garten, den wir uns natürlich auch angeschaut haben. Allerdings muss ich da zu sagen, dass wir nichts gesehen haben. Rein gar nichts. Wir sind durch dürre Wälder geirrt und dachten wir hätten uns verlaufen. Aber anscheinend waren wir die ganze Zeit auf dem richtigen Weg. Jedoch waren da kaum Blumen, keine Tiere nichts. Rausgeschmissenes Geld und nicht zu empfehlen.

Ein weiteres negativeres Erlebnis war, dass meine Kamera geklaut wurde. Glücklicherweise nicht bei einem Raubüberfall aber vermutlich am Flughafen in San Andres. Auch beim Rückflug als wir von San Andres wieder in die Stadt flogen, versuchte das Sicherheitspersonal uns abzulenken und mit uns zu flirten um dann aus unserem Handgepäck etwas zu klauen. Meine Schwester wurde zusätzlich noch angerempelt. Nur dieses mal waren wir darauf vorbereitet und die haben es nicht geschafft uns nochmal zu bestehlen. Meine Kamera bringt das leider auch nicht zurück.

Um nicht immer auf der selben Insel zu relaxen fuhren wir eines Tages noch mit dem Boot auf die Jonny Cay Insel. Wir sprachen am Stadtstrand einen jungen Mann an, der uns versprach uns für 10000 Pesos auf die Insel zu fahren und auch wieder abzuholen. Das war der normale Preis, den man auch bei Touristen Booten zahlte und wir sagten zu. Er machte einen netten, offenen und vertrauenswürdigen Eindruck. Als wir dann auf dem Boot waren und kurz vor der Insel waren, verlangte er von uns auf einmal 100.000 Pesos. Also das 10 fache! Wir weigerten uns. Wir zahlten nur die 10 000 Pesos stiegen aus und mussten allerdings dann schauen, wie wir wieder heimkamen. Wir konnten dann aber mit einem Bekannten von unserem zwielichtigen Fahrer wieder zurück auf einem Boot mit mehreren Passagieren. Wir kamen uns vor wie auf einem Flüchtlingsboot, wie man abgefertigt und auf das Boot gehievt und geschmissen wurde. Ich war heilfroh als wir wieder an Land ankamen. Die Insel an sich war aber auch traumhaft schön, noch ruhiger und grüner als dort wo wir sonst waren und mit Leguanen am Strand. Auf jeden Fall ein Besuch wert.

04.04.2016 Rückflug nach Cartagena

San Andres war traumhaft und wunderschön aber ich freute mich riesig nochmal 2 Nächte in Cartagena zu verbringen. Wir kamen am 04.04. zwar auch erst um 9 Uhr abends in Cartagena an, aber ich war glücklich wieder da zu sein. Wir hatten uns für die letzten 2 Nächte nochmal ein anderes Hostel ausgesucht names Papaya, aber es lag am anderen Ende von der Straße in der wir vorher gewohnt haben. Und schon an diesem Abend, obwohl wir müde vom Flug waren, zog es uns wieder zum Mama Waldy hostel. Wir wussten, dass einige von denen, die wir kennen gelernt hatten, immer noch dort waren. Wir wurden herzlich und erfreut empfangen. Es war wie nach Hause kommen. Zu wissen dass ich in zwei Tagen nach Hause fliegen musste, tat mir sehr weh. Aber an diesem Abend wollte ich nochmal Spaß haben. Und so gingen wir mit unserem Südamerikaner mit dem wir schon mal Salsa tanzen waren und zwei Neuen aus dem Hostel (2 Franzosen) ins Zentrum zum Feiern. Wir zogen erst durch einige Bars, bis wir dann im Stadtzentrum ankamen und auf eine Rooftop Bar zusteuerten. Allerdings eine andere wie beim letzten mal. Und diese war noch besser! Ich hatte die Party meines Lebens. Wieder über den Dächern von Cartagena. Wir hatten extrem viel Spaß. Die Musik war Bombe, Chartmusik gespielt von einem DJ geparkt mit stylischen Streetstyle- Tänzern auf der Bühne, die uns aus dem Publikum dann nachher auch auf die Bühne holten um mit Ihnen zu tanzen und zu feiern. Dazu gab es noch eine Feuershow. Und wir oben auf der Bühne. Unbeschreiblich und ein toller Abend mit super coolen Leuten.

05.04.2016 Der letzte Tag….

Der letzte Tag brach an. Mit den Leuten aus unserem neuen Hostel kamen wir nicht so gut in Kontakt, wahrscheinlich lag es aber daran, dass wir unsere Leute im anderen Hostel hatten und gar nicht mehr auf der Suche waren nach neuen Kontakten. Wir hatten unsere Leute gefunden.

Meine Schwester und ich gingen an diesem Tag nochmal allein in die Stadt, etwas durch die Straßen bummeln und in ein Schokoladenmuseum. Es war sehr interessant zu sehen, wie die Schokolade hergestellt wird und vor allem danach den Unterschied zu schmecken. Wir haben dort einen Schokoladenmilchshake getrunken. Ich habe noch nie einen Besseren getrunken. Dieser Geschmack ist unvergleichlich und jeden Cent wert.

Dann ging es langsam ans Koffer packen und Abends sind wir nochmal zu unseren Freunden im Mama Waldy Hostel um uns zu verabschieden. Da haben wir sogar nochmal zwei getroffen, die wir von vorher kannten. Den aus San Francisco mit dem wir tanzen waren und eine Argentinierin, die eine sehr herzliche Person war. Wir saßen mit Ihnen auf der Treppe und es gesellten sich dann noch neue Leute aus dem Hostel zu uns dazu und es war ein schöner entspannter letzter Abend. Ich fühlte mich hier langsam Zuhause. Aber es war der letzte Tag und ich wollte nicht gehen.

06.04.2016 Heimreise

Für mich war es nicht nur schlimm, Cartagena und die Leute, die ich hier kennengelernt hatte zu verlassen, sondern auch meine Schwester zurückzulassen. Sie reiste nämlich noch etwas alleine durch Kolumbien, aber ich hatte keinen Urlaub mehr.

Ich stieg allein in das Taxi ein, dass mich zum Flughafen bringen sollte und mir war etwas mulmig zumute. Zu Recht, wie sich später herausstellen sollte. Denn auf dem Weg zum Flughafen hielt der Taxifahrer an einer abgelegenen Tankstelle an . Außer uns beiden war da nur noch ein Mann an einer Zapfsäule. Der Taxifahrer stieg aus, packte mich am Arm und wollte das ich aussteige. Das Anpacken am Arm war nicht bedrohlich aber eine körperliche Berührung, die mir unangenehm war. Das Seltsame an der ganzen Situation war, dass er wollte, dass ich meine Handtasche im Auto lasse. Er hat mehrmals an meiner Handtasche gezogen um mir zu signalisieren, dass ich diese im Auto lassen soll. Als ich mich geweigert habe, ist er nach einiger Zeit wieder eingestiegen und weitergefahren. Ich weiß nicht, ob die Situation wirklich gefährlich war oder ich diese nur falsch interpretiert habe, auf jeden Fall war es ein komisches Gefühl.

Beim Rückflug an sich ging im Großen und Ganzen dann aber alles gut. Beim Umsteigen in Bogota habe ich mich etwas aufgeschmissen gefühlt. Es war alles sehr schlecht ausgeschildert und beschrieben, ich musste immer wieder Angestellte fragen, wo ich hin sollte und das mit meinem schlechten Spanisch. Unser Flug ab Bogota nach Madrid hatte dann aber über eine Stunde Verspätung, sodass es knapp wurde , den Anschlussflug zu erreichen. In Madrid angekommen, musste ich durch den ganzen, nicht gerade kleinen, Flughafen rennen um den Flug noch zu erreichen. Wenigstens war es hier besser ausgeschildert als in Bogota. Total außer Puste kam ich dann gerade noch rechtzeitig am Gate an. Mir wurde aber dort schon gesagt, dass mein Koffer es nicht schaffen würde. Der kam dann zwei Tage später mit dem Taxi an.

Fazit:

Dieser Urlaub war der schönste Urlaub meines Lebens und ich habe das Gefühl, dass er viel in mir ausgelöst und verändert hat. Jedem der die Möglichkeit dazu hat, würde ich raten zu reisen und die Welt zu entdecken, notfalls auch alleine. Und dabei vielleicht wirklich auch meine eine andere Art des Reisens auszutesten, wie man es kennt.

„ Tu die Dinge, die du tun willst, jetzt !“

 

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